Donnerstag, Juli 02, 2015

- A

Wie ich hier gerade so sitze, salziges Popcorn in mich reinschaufelnd (welches auf eine furchterregende Art irgendwie köstlich ist, obwohl man sich dagegen wehren möchte) und mich vom Ventilator bewehen lassend, möchte ich an dieser Stelle eine Empfehlung aussprechen, wie ich sie schon lange nicht mehr aussprach. Ich leite nach dieser fulminanten Einleitung über zu einer Serie, die derzeit mein Herz in mediokrer Art und Weise entzwei teilt (macht das Sinn? Ich glaube nicht).

ABC Family 
PRETTY LITTLE LIARS

Da ist diese Serie, die den Ruf hat (hart erkämpft durch twitternde, overly excited Mädchen), eine Serie für kleine Mädchen zu sein. Vier durchgestylte Highschool-Schülerinnen sind die Hauptpersonen, die in dieser Serie von einer mysteriösen Person namens "A" verfolgt und bedroht werden. Per SMS. Und persönlichen Nachrichten auf Spiegeln, Servietten oder Geldscheinen. UND TROTZDEM SEHEN SIE IHN NIE!!

Da ist diese Person, die man über sechs Staffeln hinweg zu keiner Zeit jemals so richtig zu Gesicht bekommt. Sechs Staffeln. Fünf Jahre.  Der Zuschauer erfährt nicht, wer so viel Geld, Zeit und Geduld investiert, um vier kleine Schülerinnen zu quälen und mit dem Tode zu bedrohen. WIE KANN DAS SEIN? Und die viel wichtigere Frage ist doch: Wie kann es sein, dass ich immer noch jeden Mittwoch da sitze und mir die neuste Folge Pretty Little Liars herbei sehne, OBWOHL ich doch weiß, dass ich auch in der aktuellen Folge nichts über die genauen Hintergründe erfahren werde. Wer fünf Jahre lang eine Geschichte aufbaut und den Antagonisten derart grausam und gestört charakterisiert, kann die Geschichte überhaupt nicht zu einem befriedigendem Ende bringen. Ein derartig abstruser Hass gegen Highschool-Schülerinnen lässt sich einfach nicht erklären, denn (Spoiler): Wer baut schon ein ganzes Haus, das die Zimmer der Mädchen in einer derart perfekten Version wiederspiegelt, sodass diese erst das Gefühl haben, Zuhause zu sein. Bis sie begreifen, dass sie in einem riesigen Puppenhaus gefangen sind. Ohne Fenster. Mit elektronischen Türen. Und derart detailgetreu. Wer hat für so etwas Zeit und Geld und Lust?  Und das finde ich so traurig. Ich schaue diese Serie aus dem einzigen Grund, dass ich im April nach erstem Hörensagen der Serie nicht googlen konnte, wer A ist. Deswegen musste ich das alles angucken. Einfach nicht weitergucken ist halt auch keine Option. Ich kann nicht sterben, ohne zu erfahren, wer diese kranke Person ist. Einfach, weil das alles viel zu spannend ist. Diese vier Mädels, die auch nie mal auf die Idee kommen, zur Polizei zu gehen, wenn sie was über A herausfinden. Die auch sonst niemandem etwas darüber erzählen, obwohl sie sich zu 70% in Lebensgefahr befinden.

Ich erinnere noch mal: Seit 5 (in Worten: fünf) Staffeln warten wir darauf, zu erfahren, wer dieser geisteskranke A ist. Veronica Mars wurde in der zweiten Staffel gezwungen, nur eine halbe Staffel lang ein Geheimnis aufzubauen. Dann musste es aufgelöst werden. Wegen der Ungeduld der Zuschauer. David Lynch musste in den 90er Jahren bei Twin Peaks am Ende der ersten Staffel aufklären, wer der Mörder von Laura Palmer war, obwohl er das niemals aufklären wollte. Und Marlene King darf einfach fünf Jahre lang vorenthalten, wer der mysteriöse A ist, ohne dass die Zuschauer abspringen. 

Das Konzept dieser Serie macht mich so dermaßen aggressiv. Und dennoch werde ich mich jetzt mit meinem Restpopcorn hinsetzen und die aktuelle Folge schauen. - Nur um mich gleich daraufhin wieder zu ärgern, dass nie Fragen aufgeklärt werden und dass dafür einfach alle Hauptpersonen immer dumm handeln. Wie kann diese Serie funktionieren? Wie?

Und jetzt geht los und guckt sie. Es lohnt sich.

Mittwoch, Juni 03, 2015

Dinge die ich nie verstehen werde, Teil 11



Ich mag Harmonie. Ich mag den Zustand, wenn alles gut ist und sich jeder versteht und man nur nette Gedanken hat. Streit mochte ich noch nie. Der Zustand danach ist geprägt von einem ständigen Hoffen, dass es bald vorbei ist und der andere sich meldet, gefolgt von tiefen Schuldgefühlen und der Angst, dass der Streit überlagert, was vorher da war. Die Harmonie. Das Sich verstehen. Gleichzeitig stellt sich doch die Frage, ob man eigentlich von der Harmonie abhängig ist. Bin ich nach einem heftigen Streit mit jemandem auseinander gegangen, ohne die Sache zu klären, trifft mich dies zumeist sehr tief. Ich kann kaum schlafen, habe keinen Appetit, Bauchschmerzen, mir wird schlecht und ich neige zu Schüttelfrost und erhöhtem Tabakkonsum.

Aber wieso ist das so? Immer wieder bekommt man gesagt, dass streiten wichtig ist. Mein Deutschlehrer der elften Klasse bemängelte, dass in dem Buch Der Vorleser die beiden Protagonisten in ihrer Beziehung keine Streitkultur hätten. So könne eine Beziehung erst gar nicht funktionieren. Aber wieso ist das so? Wieso muss ich ab und zu mit anderen Menschen aneinander reiben, damit ich sagen kann, dass ich eine gute Beziehung zu meinen Mitmenschen habe? Wieso kann eben nicht dauerhaft alles friedlich sein, so wie ich es am allerliebsten mag? Ist eine Beziehung nicht erst dann wirklich gut und perfekt, wenn man immer derselben Meinung ist und man gar keinen Anlass für einen Streit sieht? Sicherlich, manch einer würde so etwas vielleicht langweilig finden. Doch habe ich die Verfechter eines Streits in Beziehungen noch nie verstanden. Ich brauche keinen Streit, damit ich mich besser fühle. Ich brauche keinen Streit, um Action in meiner Beziehung zu haben. Ich brauche keinen Streit, um zu wissen was ich am anderen habe. Ich brauche auch keinen aus einem Streit resultierenden Machtkampf. Was ich brauche, ist ausreichend Schlaf, Appetit und weniger Tabak.

Freitag, April 03, 2015

Für ein Spaßverbot, denn die Gesellschaft ist krank!

Es ist ja wieder einmal dieser Tag. Dieser Freitag an dem nicht getanzt werden darf. Dieser Karfreitag. Ich hatte nicht einmal vor, mich in diesem Jahr schon wieder zu beschweren. Es bringt ja doch nichts und ohje, der Blutdruck! Doch dann kam Matthias Matussek und sein Artikel in Der Welt. Der Artikel ist so grausam schlecht, dass man ihn einfach auseinander nehmen muss. Hier der Artikel.

"Sie tanzen aus Prinzip. Um gegen das Tanzverbot zu protestieren. Und meistens sprechen sie schwäbisch. Oder sie berlinern und tragen schwarze Halstücher, was genauso grausam ist."
Grausamer als dieser Artikel? Und wieso trifft eigentlich keines dieser Merkmale auf den Großteil derer zu, die das Tanzverbot scheiße finden?

"So ganz individuell sind sie nicht, immerhin bekennen sich zwei Drittel unserer Gesellschaft als kirchensteuerzahlende Christen, die am Karfreitag den Tod unseres Herrn am Kreuze betrauern."
Und jetzt bitte Hand hoch, wer von diesen kirchensteuerzahlenden Christen heute den Tod unseres Herrn am Kreuz betrauert.
 
"Dem jungen Liberalen dagegen, der diesen Pressetext formuliert hat und sich durch das Tanzverbot nicht nur in seiner persönlichen, sondern auch individuellen Freiheit eingeschränkt fühlt, möchte ich nicht im Dunkeln begegnen." 
Weil jeder Mensch, der sich gegen das Tanzverbot ausspricht automatisch höchst aggressiv ist und nachts nur mit Baseballschläger rumläuft und Menschen kaputt haut?

"Wer so was schreibt, verkennt die Realität in monströsem Ausmaß und tanzt schlecht."
Welche Realität genau? Die Realität darüber, dass Kirche und Staat eben doch nicht voneinander getrennt sind?
Alle Menschen, die gerne tanzen und sich nicht vorschreiben lassen wollen, an welchen Tagen sie tanzen dürfen, tanzen automatisch schlecht?
Und selbst wenn.... was ist falsch daran schlecht zu tanzen? Doch wenn schon scheiße tanzen, dann so dass die ganze Welt es sieht. Höhö.. Die Welt. Sie verstehen?

"Nun ist eine Gesellschaft, die Trauer nicht erträgt, sei es die individuelle oder die kollektive, im Kern krank." 
Menschen, die gegen das Tanzverbot sind ertragen die Trauer also nicht. Achso, ich dachte, ich wolle mir einfach nur nicht sagen lassen, wann ich tanzen darf und wann nicht. Ich ertrage also die Trauer nicht! Danke Matussek. Endlich habe ich das Leben verstanden. Hiermit fordere ich dazu auf, mir Menschen zu zeigen, die an Ostern wirklich von tiefer Trauer ergriffen sind. Ich bin in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen. Ich kenne Ostern, ich kenne Christen und ich kenne christliche Gemeinschaften. KEINER meiner damaligen Mitchristen war JEMALS an Ostern vor Trauer so sehr ergriffen, dass er einen ganzen Tag brauchte, um seiner Trauer Herr zu werden. Stattdessen freute man sich viel eher, dass es einen Gottes Sohn gab der aus den verrücktesten Gründen die Menschen so sehr liebte, dass er sich opferte, damit all diese bekloppten Menschen gerettet werden. Ist diese Rettung nicht viel eher ein Grund zur Freude und zum Tanzen? Warum die Trauer, kleine Regengesichter? Und macht es euch wirklich noch viel trauriger, wenn ich selbst an Karfreitag tanzen will? Ich Flegel. Und was ist überhaupt die Konsequenz? Jeden Tag sterben Menschen. Und aus Rücksichtnahme auf deren Gefühle sollte man am besten gar nicht mehr tanzen? Oder Spaß haben? Wie wäre es eigentlich mal mit einem Spaßverbot? Damit auch der letzte Deutsche endlich lernt, die Trauer zu ertragen!!

"Die Piraten, also diese bärtigen Nerds und Flanellhemdenträger, die man mit allem, nur nicht mit körperlicher Bewegung, Tanzen gar, in Beziehung bringt [...]"
Matussek erklärt die Welt, Teil 2. Körperliche Bewegung hängt also von der Parteizugehörigkeit ab.

"[...]christlich auch die Aufklärung seit Thomas von Aquin,[...]"
Merkste selbst, gelle? Religion und Aufklärung in einem Satz.. Wirklich?

"christlich die Überzeugung, dass Männer, die sich küssen, nicht an Kränen aufgehängt werden"
Heiraten sollen sie aber trotzdem nicht! Da muss man ja schon Grenzen ziehen! Aber aufhängen, nein nein. Das wäre selbst dem Papst zu viel. Das stimmt. Deswegen sollte man Karfreitag auch wirklich nicht tanzen dürfen. Das hängt alles unmittelbar zusammen.

"Unsere Kulturvergessenheit hat jüngst das Bundesverfassungsgericht auf beängstigende Weise bestätigt, mit der Aufhebung des Kopftuchverbots, mit der Begründung, dass christliche Werte und Traditionen nicht gegenüber anderen Religionen bevorzugt werden dürften."
Beängstigend ist höchstens dieser Artikel.

"Sind wir bereits derart vertrottelt und verblödet, dass uns alles egal ist? Was ist so schlecht an christlichen Werten, was so unangenehm an den Zehn Geboten, dass man sie neben Islam und Scharia allenfalls zur Wahl stellen möchte?"
Also.. die geforderte Konsequenz ist ein Christenzwang? Sind wir mittlerweile gegen die Wahlmöglichkeit? Ach stimmt, ich vergaß. Gebot Nummer 2. Wollen wir die christlichen Werte jetzt vielleicht endlich mal zwanghaft durchsetzen? Wird auch höchste Zeit. Ich hätte gerne einen Sklaven der meine Thesis schreibt. Und Homosexualität.. puh ne. Das wollen wir nicht. Das ist eine Sünde. Und schlafe niemals mit einer Frau während sie ihre Periode hat. SÜNDE! Ich liebe die guten alten christlichen Werte. Ach nein, ich vergaß erneut. Für die christlichen Werte picken wir uns ja nur die guten Sachen aus der Bibel raus. Wie zum Beispiel liebe deinen Nächsten. Oder begehre nicht die Braut eines anderen. Oder tanze nicht an Karfreitag.

Achtung, gewagte These: Man muss nichts gegen christliche Werte haben um Karfreitag tanzen zu wollen. Und: ich kann tanzen und lasse alle von Trauer ergriffenden Christen in Ruhe ihre Tränen trocken. Niemand käme sich in die Quere. Ach nein, halt. Tanzverbot und so.

Den gesamten Artikel war ich mir unsicher, ob er wirklich ernst gemeint ist. Aber er ist es wirklich.
Wir fassen zusammen: Tanzen wollen an Karfreitag ist bedenklich, weil christliche Werte dadurch abgeschafft würden.
Wieso ist ein Abschaffen von christlichen Werten letztendlich überhaupt so bedenklich? Warum soll ich mich als Nicht-Christ an Werte halten, die irgendwelche verrückten alten Männer die Gespenster gesehen haben, aufgeschrieben haben? Mattusek präsentiert uns in einem Absatz viele, viele Beispiele wieso das Christentum sooo viel besser ist als alles andere: "Christlich ist unsere Herkunft, unsere Tradition, christlich ist unser Menschenbild ("Die Würde des Menschen ist unantastbar"), christlich ist unsere Bildung, christlich ist unsere gesamte Anthropologie inklusive der gleichen Rechte für Frauen, die erkämpft wurde, christlich auch die Aufklärung seit Thomas von Aquin, christlich die Überzeugung, dass Männer, die sich küssen, nicht an Kränen aufgehängt werden und Frauen, die sich in einen anderen Mann vergucken, nicht gesteinigt werden sollten – aber wir erinnern uns nicht mehr." Ooooh, mit ein bisschen gesundem Menschenverstand krieg ich mein Leben auch so hin, ohne mich an die 10 Gebote halten zu müssen. Und für den Rest gibts ja immer noch Grundgesetz und co.

Und jetzt bitte aus Rücksichtnahme für all die Trauer tragenden Christen da draußen: Hört auf zu tanzen. Hört auf zu lachen. Hört auf Spaß zu haben. Denn sobald heute Menschen nicht traurig sind und die Trauer anderer nicht ertragen können, ist die Gesellschaft krank. Und wer will schon eine kranke Gesellschaft in der getanzt und gelacht wird? Igitt.

Sonntag, März 22, 2015

You know you could I wish you would

Vor bald fünf Jahren setze sich eine kleine Judith an einen Laptop und verfasste ihren ersten Blogbeitrag. U20 und noch grün hinter den Ohren wurde ab diesem Zeitpunkt über alles und sämtliches geschrieben, was den Alltag ausmachte. 

Lese ich mir heute diese Posts von damals durch, frage ich mich die meiste Zeit, wie ich diese Texte überhaupt verfassen konnte, die meisten sind furchtbar geschrieben und erzählen Unwichtigkeiten aus einem jungen Leben, die doch niemanden wirklich interessieren können. Und. Wer liest sowas überhaupt? Bis heute überrascht es mich, dass es wirklich Menschen gab und gibt, die diesen Gehirnbrei gelesen haben. Und das über einen recht langen Zeitraum hinweg. Mit einigen Menschen dieser verrückten Leserschaft pflege ich noch heute Kontakt und bin froh darüber. So bekam ich immerhin die Gelegenheit, in netter Gesellschaft Paris und Amsterdam innerhalb einer Woche zu erkundigen. 

Was ist passiert seit meinem ersten Blogpost am 09.April 2010. Abitur, Studium, Studiumabbruch, ein neues Studium, zwei Umzüge, fünf Geburtstage, Freunde, Menschen, Blurays, Parties, Festivals, Serien. Und dann noch dieses Jahr: der Studienabschluss.

Es ist verrückt, wie wenig ich der Mensch bin, der ich im April 2010 war. Das Leben das ich zu diesem Zeitpunkt geführt habe, entspricht zu ungefähr 5% dem Leben, das ich heute führe. Es macht mich fast fuchsig, wie doof ich zu diesem Zeitpunkt war und wäre es möglich, ich würde so vieles nachträglich ändern. 

Es sind nur fünf Jahre seit jenem Tag im April vergangen. Fünf Jahre erscheinen als eine wahnsinnig kurze Zeit. Wie ist es überhaupt möglich, dass in fünf Jahren so viele Dinge passieren können? In weiteren fünf Jahren gehe ich scharf auf die 30 zu und ich wüßte heute schon zu gerne, was im Jahr 2020 passieren wird. Lese ich in fünf Jahren diesen Post und ärger mich darüber, für wie schlau ich mich 2015 hielt, obwohl ich doch erst heute, im Jahre 2020, wirklich von mir sagen kann, dass ich die finale Judith-Version bin? Gibt es überhaupt eine finale Version einer Person oder sind wir tatsächlich gezwungen, unser ganzen Leben reflektierend darüber nachzudenken, wann wir tatsächlich "richtig" sind oder waren? Gibt es Menschen, denen so etwas Spaß macht? Mich machen diese Gedanken eher nostalgisch und knautschig, weil mir Fehler bewusst werden, die einfach hätten umgangen werden können. Ein wenig Angst kommt auch dazu. Was mir früher noch recht und richtig erschien, erscheint mir heute dumm und blöd. Was, wenn ich in fünf Jahren die Dinge dumm und blöd finde, die ich heute für vollkommen normal und wunderbar erachte? So dreht sich der Gedankenkreisel weiter und zieht mich immer tiefer in den Abgrund. Jetzt noch eine Folge Six Feet Under und ich könnte mich direkt erschießen.

Zeit ist etwas sonderbares.
Zeit, eine Folge Friends zu schauen. Denn manche Dinge ändern sich eben nie.

Mittwoch, Juni 04, 2014

The Lego Movie

Unikitty: Here in Cloud Cuckoo Land, there are no rules: There's no government, no baby sitters, no bedtimes, no frowny faces, no bushy mustaches, and no negativity of any kind. 
Lucy: You just said the word "no" like a thousand times. 
Unikitty: And there's also no consistency. 



© Fox

| The Lego Movie von Phil Lord [u.a.], 2014.
USA, AUS, Fox Studios, 100 min.

Emmet ist eine prinzipientreue kleine Legofigur, die jeden Tag auf dem Bau arbeitet. Er führt ein durchschnittliches Leben und wird von niemandem groß beachtet. Eines Tages trifft er auf Wyldstyle. Kurz nach ihrem Treffen fällt er in einen Graben und wird so mit dem Stein des Widerstands verbunden der dort verborgen lag. Laut der Prophezeihung ist Emmet nun der Einzige, der die Welt retten kann. Der böse Lord Business hat nämlich schon einen Plan geschmiedet um die Welt endgültig zu zerstören. Nun müssen Emmet, Wyldstyle und andere alte Bekannte alles geben, um diesen Plan zu verhindern.

Nach Gucken dieses Filmes stellt sich mir vor allem eine Frage: Warum wird / wurde um Himmels willen nicht viel mehr über diesen Film gesprochen? Er besticht durch eine hervorragende Story, gute 3D-Effekte, tolle weil unterschiedliche Charaktere, eine kleine aber feine Gesellschaftskritik und einen fantastischen Soundtrack (Andy Samberg lässt grüßen). 

Wer meint, er habe es mit einem Kinderfilm zu tun, hat sicherlich nur zu einem drittel recht. Als ich diesen Film im Kino genoss, saßen zwei etwa fünfjährige Kinder neben mir. Sie stopften sich unaufhaltsam mit Popcorn voll, hatten schon in der Werbung ihre 3D-Brillen auf und ließen ihre Beine baumeln - und lachten über komplett andere Sachen als die erwachsenen Anwesenden. Besonders gut lässt sich das an der Star Wars Szene verdeutlichen. Han Solo und Chewie fliegen in ihrem Raumschiff vorbei und reden einen kurzen Satz. Die Jungs neben mir feiern diese - wirklich - nicht lustige Szene ab und freuen sich, dass Star Wars im Lego Film vorkommt. Einfach, weil sie die Referenz erkennen und gerade vermutlich, wie viele Jungs in ihrem Alter, in ihrer Star Wars Phase stecken. Ganz andere Szenen, in denen meine Begleitung und ich auf dem Boden lagen vor lachen, quittierten die Jungs nicht mal mit einem kleinen Grinsen. Ich würde von mir selbst behaupten, dass ich einen recht einfach gestrickten Humor habe, und doch ist der Film nicht zu einfach gestrickt. Er macht einfach Spaß und ergibt zum Ende hin sogar verblüffend viel Sinn. Erwähnte ich bereits die Gesellschaftskritik? Nach den ersten zehn Minuten war ich zutiefst verwundert ob eben dieser. Viele Szenen sind für Kinder vermutlich nicht direkt nachvollziehbar. Wenn besagte Jungs in zwölf Jahren aus Nostalgie noch einmal den Lego Film angucken, werden sie sicher wahnsinnig verwundert sein über die vielen Seitenhiebe aufs erwachsen werden und die Uniformität in der Gesellschaft, die sie damals im Kino nicht verstanden haben und ihre Sitznachbarn in der Folge immer nur fragend ansahen, wenn die mal wieder laut auflachten.

Allem Konformismus zum Trotz möchten Legofiguren in ihrem kleinen Universum doch nur eines: Bausteine so zusammenstecken wie sie es möchten. Kreativität soll nicht unterbunden, sondern gefördert werden. Dafür lohnt es sich auch mal zu kämpfen.

Everything is awesome.

Dienstag, Mai 27, 2014

As he goes left, and you stay right

St. Patrick Days haben bei mir seit zwei Jahren einen eher negativen Beigeschmack, was sich vor allem auf einen intensiven Abschied nach einem Besuch in einem österreichischen Pub zurück führen lässt. Trotz dieses Abschieds ging es doch ein weiteres Jahr mit Gesprächen irgendwie noch weiter. Irgendwann blieben die Antworten jedoch aus. - Bis zum heutigen Tag.

Vor kurzem erörterte ich mit meinem besten Freund den Umstand, dass man im Laufe des Alterns irgendwann all seine Freunde verliert. Ein Thema, dass ich vor einigen Jahren wohl noch mit einem anderen Menschen nachts um eins besprochen hätte.



Durch unsere Blogs haben wir uns kennen gelernt. Ich habe keine Ahnung, ob er alte Blogs überhaupt noch verfolgt, aber das ist nun nach allen gescheiterten Kontaktaufnahmen wohl die letzte Möglichkeit. Ich werde immer da sein. Mit Tütenwein. Vielleicht sogar mit einer Flasche. Man entwickelt sich im Alter ja doch weiter.

Montag, Januar 13, 2014

• Golden Globes 2014 •

Die beste Zeit des Jahres! Heute die Globes, demnächst die Oscars. An dieser Stelle also mal wieder mein Senf zu all diesen schönen Sachen. Die Nominierten gibt es hier. Ich hoffe auf Preise für Kevin Spacey, allgemein House of Cards (was ich just an diesem Tage beendet habe - WER HAT SICH DIESES BESCHEUERTE STAFFELFINALE AUSGEDACHT??!), Idris Elba in der Rolle des Luther, Aaron Paul und vor allem auch Andy Samberg. Hot Rod at his best. Ah, und Christian Bale.
Gut, dass ich ca. drei Liter Mate intus habe und nie wieder schlafen können werde.

| Golden Globes # 71 |

Endlich gehts looos. Ich würde auch gerne mal dort sitzen. Die House of Cards Menschen im Publikum ♥

Beste Nebendarstellerin Film: Jennifer Lawrence - American Hustle
So krass, wie sie momentan einfach alles gewinnt. Aber irgendwie ist sie halt auch cool.

Beste Nebendarstellerin Serie: Jacqueline Bisset – Dancing on the Edge
Kenne ich nicht. Muss man das kennen? Bisset finde ich aber merkwürdig und unsympathisch. HAHA, erst sagt sie zehn Minuten nichts und jetzt fängt sie an zu reden und wird mit Musik vertrieben. Prima. 

Uuund, das erste Mal Werbung.

Beste Mini-Serie oder Fernsehfilm: Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra)
Hätte mal American Horror Story gewinnen sollen.

Und jetzt aber: Helena 4 win!!

Beste Hauptdarstellerin – Mini-Serie oder Fernsehfilm: Elisabeth Moss – Top of the Lake
Trauär.

Schon wieder Werbung und ich hab Hunger. Gut, dass ich nichts mehr zu essen habe. Der Präsident sagt es selbst.. erstmal pinkeln gehen. Leeeooo! Meine erste große Liebe. 
Das gewinnt jetzt sowas von der Cranston. Aber ich will, dass Spacey gewinnt :(

Bester Serien-Hauptdarsteller – Drama: Bryan Cranston
Did war klar. Die Jury hat halt Angst vor Heisenberg.

Beste Serie – Drama: Breaking Bad
Überraschend ist das ja nicht. Aber ist eben auch eine verdammt gute Serie. Selten so mitgelitten wie in den letzten Folgen.

Beste Filmmusik: Alex Ebert – All Is Lost
Den finde ich jetzt allerdings irgendwie sympathisch. Ich mag seine Haare. Und den Bart.

Weil wegen der Coen-Brüder will ich ja, dass deren Song jetzt gewinnt. Einfach aus Prinzip. Hab den Film ja noch nicht gesehen. Wird aber wohl eher der Bono-Schitt.

Bester Filmsong: Ordinary Love aus Mandela – Der lange Weg zur Freiheit von Bono, Adam Clayton, The Edge, Larry Mullen Jr.
Sagschja. 

Bester Nebendarsteller – Serie, Mini-Serie oder Fernsehfilm: Josh Charles – Good Wife
Ach Mensch. Wieso nicht der Aaron? :(

Ahuuw, Robert Downey Jr. als Laudator. Der Hübsche. Hab grad 2 Scheiben Käse gegessen, jetzt ist mir schlecht.

Beste Hauptdarstellerin – Komödie/Musical: Amy Adams – American Hustle
Die mag ich gerne.

Tina Fey und die Amy machen nur Scheiß. Finde ich gut.

Beste Serien-Hauptdarstellerin – Drama: Robin Wright – House of Cards
Yay, immerhin ein Globe für House of Cards. Und ich hab grad ihren Nippel gesehen. Prima.

Christoph Waltz!!! Guter Mann. Wie schön deutsch er Daniel Brühl ausspricht :D

Bester Nebendarsteller: Jared Leto – Dallas Buyers Club
Och, da ist der Daniel bestimmt traurig.

Emma Thompson als Laudator auf der Bühne. Kommt direkt barfuß und mit Drink in der Hand. Ich mag sie. Traurigste Rolle in Tatsächlich...Liebe.

Bestes Drehbuch: Spike Jonze – Her
Ich frage mich ja immer, wieso sich nie jemand beschwert, wenn bei der Dankesrede die Musik angeht. Endlich hats jetzt mal wer gemacht!! :D

Ich wünsche mir Andy Samberg!! Sosososo sehr.

Bester Serien-Hauptdarsteller – Komödie: Andy Samberg – Brooklyn Nine-Nine
Jaaaaaa! Beste. Jeder Mensch sollte jetzt Hot Rod gucken. Und: beste Dankesrede!

Bester fremdsprachiger Film: La Grande Bellezza – Die große Schönheit (La grande bellezza), Italien – Regie: Paolo Sorrentino
Kennschnisch. Freue mich immer noch über Andy.

Gewinnt jetzt Luther, wäre das die Krönung.

Bester Hauptdarsteller – Mini-Serie oder Fernsehfilm: Michael Douglas – Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll
Ach schade! Wäre wohl zu viel der Großartigkeiten gewesen.

Bester Animationsfilm: Frozen
Alla hopp. Aus Sympathie zu Oliver Rohrbeck hätte ich mir ja Ich einfach unverbesserlich gewünscht - hätte er nichts von, aber wurscht.

Beste Serien-Hauptdarstellerin – Komödie: Amy Poehler – Parks and Recreation
Hab ich neulich mal geguckt und war überrascht, wie wenig scheiße das tatsächlich ist.

Ist jetzt ernsthaft schon wieder Werbung?! Immerhin kommt nicht mehr diese grauenhafte Meet One Werbung wie vor ein paar Jahren. DAS war Tod.
Emma Stone! Die schönste Frau der Welt. ♥ Und aaaw: Kompliment des Tages von @DieAcademy!
Jetzt kriegt der gute Woody einen Preis. Schade, dass er nie da ist.

Beste Regie: Alfonso Cuarón – Gravity
Keine Überraschung, wa? Aber hauptsache Ben Affleck ist betrunken. So wie alle.

Beste Serie – Komödie: Brooklyn Nine-Nine
Ach, ich freue mich.

Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical: Leonardo DiCaprio – The Wolf of Wall Street
Achja.. meine erste Liebe. Ich wusste schon damals mit 6 Jahren was gut ist.

Bester Film – Komödie/Musical: American Hustle – Regie: David O. Russell
Langsam werde ich müde. Und ich hab Durst. Und bin zu faul eine neue Flasche Wasser aufzumachen. Das Leben ist hart.

Beste Hauptdarstellerin – Drama: Cate Blanchett – Blue Jasmine
Galadriel! Gute Frau.

Bester Hauptdarsteller – Drama: Matthew McConaughey – Dallas Buyers Club
Oh, damit habe ich nicht gerechnet!

Auch ein gelangweilter Johnny Depp ist ein guter Johnny Depp. 

Bester Film – Drama: 12 Years a Slave – Regie: Steve McQueen
Alla hopp, dann haben wir das ja auch wieder geschafft. Also dann der gleiche Spaß nochmal zu den Oscars. Da wird 12 Years a Slave sicher mehr gewinnen. So als tragischer Historikfilm..

So, ich lese mir den ganzen Scheiß jetzt nicht nochmal durch. Muss so genügen. Erstmal schlafen.