Mittwoch, März 30, 2011

Who's Afraid of Virginia Woolf?

Dreckloch, verdammtes!


|Wer hat Angst vor Virginia Woolf? von Mike Nichols, 1966
USA, Warner Bros. Pictures, 131 min.

Martha (Elizabeth Taylor) und George (Richard Burton) sind seit 20 Jahren verheiratet. Als sie eines Nachts von einer Party nach Hause kommen, ist Martha bereits äußerst betrunken und George sehr müde. Als Martha ihrem Gatten offenbart, dass sie noch Gäste erwarten, ist dieser nicht besonders angetan. Auf harmloses Geplänkel folgt ein handfester Streit, der selbst dann nicht aufhört, als die Gäste (George Segal & Sandy Dennis) eintreffen. Vor den beiden stellen Martha und George den jeweils anderen bloß und ziehen auch das junge Paar in ihre Streitereien mit ein.

Zwanzig Jahre vor dem Rosenkrieg verfilmt Nichols das Bühnenstück Wer hat Angst vor Virginia Woolf? mit großem Erfolg.
Jedes Mal wenn ich diesen Film sehe, nehme ich mir vor, niemals zu heiraten. Zwanzig Jahre stauen Martha und George ihre Wut auf, bis diese eines Nachts in trunkenem Zustand explodiert. Anschuldigungen seiner Frau entgegnet George mit extremen Zynismus, den er über die Jahre hinweg entwickelt hat. Lebenslügen und Demütigungen werden ausgetauscht und niemand will so recht zufrieden sein.
Wer Angst vor Dialogen im Film hat, sollte diesen vermutlich nicht schauen. Bis auf einen Gasthofwirt und eine Kellnerin (die beide nur einen Satz zu sagen haben), sind die zwei Paare die einzigen Darsteller. Dreh- und Angelpunkt ist das Haus von Martha und George. Es gab Zeiten, in denen der Film ab 18 war. Vermutlich wegen der vulgären Sprache. Elizabeth Taylor ist großartig, wenn sie ihren Mann bis auf Tiefste beleidigt und dieser postwendend zum Gegenschlag ausholt.
Und was lernen wir daraus? Enttäuschte Erwartungen und unverarbeitete Konflikte entwickeln sich über die Jahre hinweg zu einem wortreichen Streit, in dem Aggresionen endlich verarbeitet werden können - im besten Fall.. wenn nicht vorher jemand zu Schaden kommt. Solange man das weiß, kann man ja vielleicht doch heiraten.

Am 23. März 2011 starb mit Liz Taylor vermutlich eine der letzten großen Filmdiven ihrer Zeit. Unerreicht: Die Katze auf dem heißen Blechdach.
Bildquelle
"Ach, Du kotzt mich an."
"Was?"
"Du kotzt mich an!"

"Das war nicht sehr nett von Dir, Martha."
"Das war nicht WAS?"
"Nicht sehr nett von Dir."

Kommentare:

  1. Ja, weißt du, ich war gestern noch so am Überlegen, ob ich ganz evil knevil das Lied hometapen soll via Youtube, bevor die das wegnehmen. Aber ich dachte mir, komm, es ist deine Lieblingsband, schenke ihnen die Geduld, die ihnen gebührt. Kannst du ja jeden Tag hören.
    Jetzt: Nuh-uh, verkackt. Wobei es auf deren Homepage in diesem Liveplayer zu hören ist. Geht auch in Dauerschleife. :D

    Und danke. :)

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  2. daaanke :)
    geschichte ist dabei nicht mal das problem. eigentlich liebe ich dieses fach, wären da nicht die extrem arbeitsintensiven schwerpunkte...
    deutsch und bio sind jetzt glücklicherweise schon vorbei. vor bio hatte ich echt am meisten angst!
    jaja, so als "alter" hase :D ist schon krass, wie schnell ein jahr dann doch vorbei ist... (:

    ♥lichste grüße!

    Johanna

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