Dienstag, März 29, 2011

Dinge die ich nie verstehen werde, Teil 4

Heute: Das (ungewollte) Abonnement

In den Innenstädten oder vor den Bahnhöfen dieser Welt stehen immer wieder junge, flippige Kerle, die irgendwelche Menschen ansprechen. Diese netten Kerle wollen natürlich nichts verkaufen, sondern lediglich ein Gratis-Probe-Abo verschiedener Zeitschriften vorstellen, mit dem neue Zusteller auf ihre Zuverlässigkeit geprüft werden sollen. Auf misstrauische Nachfragen, wo bei der Angelegenheit denn der Haken sei, wird selbstverständlich versichert, dass es überhaupt keinen gebe - na klar. Man kann sogar noch etwas Gutes tun; ehemaligen Straftätern bei der Resozialisierung helfen (das geht bekanntlich am besten per Zeitschriftenabozustellung), armen Menschen in Afrika unter die Arme greifen oder einfach nur den großen Anzugträgern des Deutschen Video Rings die Miete zahlen.
Wie sich nämlich zwei Wochen und drei Ausgaben der ausgewählten Zeitschrift später herausstellt, hört das Gratis-Probe-Abo keineswegs nach Erhalt der versprochenen Hefte auf, sondern ändert sich dann automatisch in ein 14-monatiges Abonnement, das man selbst, wenn auch unbeabsichtigt, gekauft hat. Nach Ablauf des Wiederrufsrechts kann man selbst schließlich nicht mehr viel machen und sitzt letztlich auf der teuren Rechnung.
Als ich eines Tages von einem solchen Menschen angesprochen wurde, war ich natürlich misstrauisch, aber doch auch irgendwann angetan. Je länger man sich bequatschen lässt, desto sicherer ist es, dass du irgendwas kaufst. So war ich also bereit, meine Daten weiterzugeben, als plötzlich ein fescher junger Mann auf seinem Fahrrad neben mir hält und fragt, ob der Herr vom Deutschen Video Ring sei. Nachdem dieser bejahte, meinte der fesche Fahrradfahrer an mich gewandt, dass ich auf keinen Fall irgendetwas unterschreiben sollte, weil das alles eine einzige und riesengroße Verarsche sei.
Das Ende vom Lied ist, dass ich mich schleunigst aus dem Staub gemacht habe und bis heute unfassbar dankbar bin, dass der freundliche, junge Herr auf seinem Drahtesel sich eingemischt hat. Leider war dieser so schnell wieder weg, dass ich mich bis heute nicht bedanken konnte. Googelt man diesen Spaßverein, wird schnell klar, wie viele Menschen tatsächlich auf diese Schweinereien reinfallen.
Ich finde es unfassbar, dass mit der Naivität und "Dummheit" der Menschen gespielt und aus dieser hemmungslos Profit geschlagen wird.
Aus Fehlern lernt man und so gucke ich die meisten Menschen die mir auf der Straße irgendwas andrehen wollen nur noch böse an. Wie seriös kann eine Firma schon sein, die auf die Straße gehen muss, um den Leuten etwas zu verkaufen?

Das Gute ist, dass ich den Glauben an die Menschheit noch immer nicht verloren habe.

Kommentare:

  1. Zumindest die Aboanwerber der Süddeutschen lügen nicht, wenn sie von "keinem Haken" sprechen, das weiß ich aus eigener Erfahrung. Man kriegt halt 2 Wochen die Zeitung, dann ruft jemand an und fragt, ob man abonnieren möchte, oder nicht. Wie das bei den anderen ist, weiß ich aber nicht.

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  2. Ja stimmt.. Das mag sein. Seriöse Firmen sprechen mich leider nie an.. Hm, was sagt das jetzt über mich aus? Haha.

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  3. Ich würde es auch anders herum sehen, denn wenn die Menschen nicht so doof wären, Verträge nicht zu hinterfragen, würde es gar keinen Platz für dererlei Geschäftsgebaren geben. Mein bester Kumpel war in seinen jungen Jahren selbst Opfer des deutschen Videorings und hat erst spät herausgefunden, daß er deren überteuerte Trashvideos mit etwas mehr Mut gar nicht hätte abnehmen brauchen (vgl. Erfahrungsberichte im Netz). Wir haben dann schon öfter tragischkomische Abende zelebriert, an denen wir mindestens zwei Kassetten aus dieser Sammlung am Stück durchgestanden haben. Es finden sich tatsächlich auch irrwitzig unfreiwillig lustige Stücke darunter, die es sie bei Ebay für 1 € aufzuspüren durchaus lohnenswert sein kann. Diese Preise jedoch sind kein Vergleich zu dem, was die verkaufenden Opfer hierfür an Würde und Moneten lassen mußten.

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