Montag, April 19, 2010

Streitschrift #2: Wenn Autoritäten autoritär begegnet wird

Für morgen hat sich die sogenannte Schulinspektion angemeldet, die sich die Organisation meiner Schule u.ä. mal genauer anschauen will.
Schon vorab gab es vor zwei Monaten eine Internetbefragung, die einerseits Schüler und andererseits Eltern nach ihrer Meinung zu Schule, Lehrern und Unterricht befragt hat Dies geschah über "persönliche Tans", die vom Klassenlehrer oder Tutor an die Schüler ausgehändigt wurden. Bereits hier erschließt sich der Sinn der Befragungen. Es wurde nie gesagt, dass solche Zettel ausgeteilt würden; der Lehrer hätte sie ohne weiteres behalten und alle selber ausfüllen können. Ich selbst habe nicht nur den Schülerbogen, sondern auch den Elternbogen ausgefüllt. Salopp gesagt interessiert es keine Sau, inwiefern die Angaben stimmen oder nicht. Zahllose Leute haben bei der Umfrage erst gar nicht mitgemacht.
Besonders sinnvoll ist eine Schulinspektion, weil auch der Unterricht einiger Lehrer angeschaut wird. Dass sich Lehrer zum Teil sehr stark unterscheiden und folglich auch die Qualität des Unterrichts , lassen wir zunächst außer Acht.
Wäre ja auch übertrieben, sich jeden einzelnen Lehrer genauer anzuschauen.
Wäre ja auch übertreiben, sich die Schule abseits einer Inspektion anzuschauen.
Einigen Menschen stellt sich sicherlich die Frage, warum sich eine Schulinspektion überhaupt ankündigt. Es macht doch viel mehr Sinn, einfach in den Unterricht hinein zu schneien und den Überraschungseffekt zu nutzen (vgl. Oberschulrat Chalmers, der Rektor Skinner unregelmäßige Besuche abstattet). Doch betrachtet man die Sache genauer, fällt auf, dass urplötzlich, wie aus dem Boden gestampft, unzählige Erneuerungen des Schulhofes vonstatten gingen. Plötzlich stehen da neue Bänke, eine Tischtennisplatte und sogar eine Informationsschautafel. Ah, man versteht. Quasi Hilfe zur Selbsthilfe. Oder so ähnlich. Noch vor vier Jahren gab es einen Sponsorenlauf, bei dem es sich der vorherige Schulleiter nicht nehmen ließ, ebenfalls einige Runden zu drehen. Der Gewinn betrug 3.000 Euro. Vier Jahre durfte dieses Geld noch in den Tiefen der Koboldbank schlummern. Doch plötzlich wird dafür Verwendung gefunden. Wie erstaunlich.
Zusammenhang? Quatsch.
Zufälliges Aufeinandertreffen einer Verschönerung des Schulhofes und Besuch der höheren Macht? Auf jeden Fall.

1 Kommentar:

  1. So gesehen inspiziert eine Inspektion nicht den gegenwärtigen Zustand einer Sache, sondern den Zukünftigen,der eben nur sehr beschleunigt wurde.....Bewegung bedeutet es also allemal...Und Bänke auf dem Schulhof sind doch gar nicht so schlecht;O)))Man sollte sie den Inspektoren widmen....:O)

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