Mittwoch, September 08, 2010

Memento

| Memento von Christopher Nolan,  2000.
USA, Newmarket Capital Group, 113 min.


Leonard (Guy Pearce) schreibt sich Notizen auf Zettel, Polaroid-Fotos und tätowiert sich besonders wichtige Dinge wie Fakten zum Mörder seiner Frau auf den Körper. Leonard hat kein Kurzzeitgedächtnis. Seit zwei Unbekannte in sein Haus eingebrochen sind, seine Frau vergewaltigt und ermordet und ihm auf den Kopf geschlagen haben, kann sich Leonard nicht mehr an Dinge erinnern, die vor 15 Minuten passiert sind. Der einzige Sinn in seinem Leben besteht darin, den Mörder seiner Frau zu suchen und Rache zu üben. 

Der Film ist nicht einfach. Er startet mit einem Mord und erzählt von da an chronologisch rückwärts. Gleichzeitig werden schwarz-weiß Szenen zwischen die einzelnen farbigen Szenen geschoben. Durch den Kunstgriff Nolans, die Geschichte quasi rückwärts zu erzählen, begreift man als Zuschauer, wie es ist keine Erinnerung an das Vorherige zu haben. Dabei fragt man sich auch immer häufiger, inwiefern man selbst überhaupt seinem eigenen Urteilsvermögen und dem Gedächtnis trauen kann. In der Erinnerung können sich Fakten ändern; Vergangenes verschönert oder auch verschlechtert werden.
Schreibt man über diesen Film, muss man immer aufpassen, nicht zu viel zu verraten. Nur soviel: Der Film endet mit einem Knaller und selbst nach mehrmaligen Schauen weiß ich nicht, ob ich die Lösung tatsächlich schon gefunden habe. Ich kann nur jedem raten, sich diesen Film anzusehen. 
Nolan ist ohnehin ein Genie. Nachdem jeder die Batman-Filme zu den Akten gelegt und insbesondere Joel Schuhmacher nach seinem Flop belächelt wurde, begann Nolan den Film dem Batuniversum der Comics anzupassen - ein Erfolg.
Von Memento gibt es eine prima Edition mit recht aufschlussreicher Bonus-Dvd. Besonderes Gimmick: Durch einen Trick im Hauptmenü kann man sich den Film auch in chronologisch richtiger Reihenfolge anschauen. Meiner Meinung nach geht dabei ein wenig der Flair und besonders der Witz des Films verloren, aber nett ist es allemal.
Angucken. Selbst der Humor kommt nicht zu kurz..

"Sieht aus, als wäre jemand da."
"Ah, die Kiste steht seit Jahren hier."
"Was redest du? Die Spuren sind erst ein paar Tage alt."
"Spuren? Wer bist du, Pocahontas?"

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