Dienstag, April 12, 2011

My House Is On Fire But I Am Alive

Heute hat mich jemand nach meiner ICQ-Nummer gefragt. Ich habe ihm meine Matrikelnummer gegeben, in dem festen Glauben, diese sei meine ICQ-Nummer. Man sieht – ich bin wieder voll drin in der Materie :D
Meine Professoren dieses Semester sind besonders hart. Heute hat die Dame in der Einführung (!) in der ersten (!) Sitzung tatsächlich die volle Zeit genutzt und uns Sachen erzählt, die im kommenden Semester noch ausgeführt werden. Dabei hat sie 500 Beispiele benutzt. Die 200 (und das ist keine Übertreibung) Studenten im Raum wurden gegen Ende verblüffender Weise sehr unkonzentriert und so verzichtete die gute Frau letztlich auf ganze zwei Beispiele!!
Die Vorlesung direkt darauf, geleitet von einem alten, langsamen Mann, war da viel besser. Nach allen drei Worten hat er den Faden verloren und als ein Student es wagte kurz aufzustehen, wurde der arme Herr vorne schließlich vollkommen aus seinem Konzept gebracht . Seine abschließenden Worte: „Ja, ähm, schade, dass die Sitzung, ähm, schon vorbei ist, ähm.“ Dafür ist das Thema wenigstens sehr interessant.

Axolotl Roadkill (Helene Hegemann) ist das schlechteste Buch, das ich jemals gelesen habe. Es ist tatsächlich so schlecht, dass ich es nicht einmal zu Ende gelesen habe. Inzwischen vermodert es in der Ecke und wartet darauf, in die Bücherrei zurückgebracht zu werden.
Ein 16-jähriges Mädchen, das sich selbst so extrem "intellektuell" findet und deshalb mit extrem "cooler" und "derber" Sprache schreibt. Beim Lesen bekomme ich Augenkrebs. Als Beispiel seien nur zwei Sätze zitiert: "Ich bin [...] momentan zu nichts anderem mehr in der Lage, als mich trotz kolossaler Erschöpfung in Zusammenhängen etablieren zu wollen, die nichts mit der Gesellschaft zu tun haben, in der ich zur Schule gehe und depressiv bin. [...] Ich bin eine motherfucking unmoralisch handelnde Fotze und soll auf mein Leben klarkommen, Alter."
Wieso wird dieses Buch von Kritikern so gelobt? Kein Wunder, dass alle älteren Menschen denken, die Jugend hätte einen an der Waffel. Wenn sie solche Bücher schreiben. Ich kenne sogar noch 16-jährige, die ganz normal reden können. Aber hey - ich wohne ja auch nicht in der "In-City" Berlin.

Manchmal frage ich mich, ob man wirklich zu doof zum Regale einräumen sein kann. Heute habe ich bestimmt eine viertel Stunde damit verbracht, abgelaufene Sachen auszusortieren und anschließend alles neu - nach MHD geordnet - wieder einzuräumen. Da fällt mir wirklich nichts mehr zu ein.

Blöder Tag. Ich geh wieder ins Bett und gucke zu, wie Rachel Ross' Hochzeit crasht und dieser daraufhin den falschen Namen vorm Altar sagt. Gott, ich habe einfach kein eigenes Leben. Achja - deswegen bin ich ja überhaupt erst bei Blogger gelandet.


Beatsteaks - House On Fire

Kommentare:

  1. Du sprichst mir immer wieder aus der Seele. Helene Hegemann ist auch für mich ein unbegreifliches Phänomen und ihre trashigen Selbstinszenierungen sind fast genauso schlimm wie ihr künstlicher und konstruierter Sprachstil, der so etwas wie Inhalt gänzlich vermissen lässt. Das Buch habe ich bereits nach dreißig Seiten weg legen müssen, weil ich mich nicht weiter von ihrer Wortkotze berieseln lassen wollte.
    Andererseits geben mir solche Bücher auch Hoffnung auf eine eigene Veröffentlichung - eines Tages - denn schlimmer als ihr Geschwafel könnte meins eigentlich auch nicht sein, nur dass es heutzutage anscheinend ein Glücksfall sein muss, wenn man einen Roman veröffentlichen darf, der nicht zu 90% aus deplatzierter Fäkalsprache besteht, die mit Fremdwörtern geschmückt wird, um dadurch den Anschein von Anspruch zu erwecken.
    Mal ganz davon zu schweigen, dass sie eine Guttenberg-Tour abgezogen hat und das halbe Buch nach dem Copy-Paste Verfahren verfasst wurde. Aber, so die Aussage der jungen Literatin, so ist ja nunmal unsere Generation. Und wenn man heutzutage nicht mal mehr in der Lage ist, eigenständige Ideen zu haben und einem Ruhm und Reichtum im Klau vom fremden geistigen Eigentum beschert werden, dann möchte ich kein Teil dieser Generation sein und meine eigene Gründen.

    AntwortenLöschen
  2. Es sollte übrigens mehr Blogs wie deine geben, hier fühle ich mich immer verstanden und muss mich nicht unnötig aufregen :D

    AntwortenLöschen
  3. Ach so, mit Rechtschreibung und Grammatik liege ich derzeit im Klinsch, wundere dich also nicht über die Fehler.

    AntwortenLöschen
  4. Axolotl Roadkill wollte eine Freundin mir noch mal ausleihen, ich bin sehr gespannt darauf, habe bisher nur Schlechtes gehört und will mir mein eigenes Urteil bilden. Gut, viel kann man nicht bewerten, zumal das Buch zu 90% aus dem Internet kopiert ist. :D

    Viel Kraft für das neue Semester und so. :P

    AntwortenLöschen
  5. Tschakka im neuen Semester!
    Alles wird besser, schöner, neuer!
    Bei mir leider nicht. XD

    Und ich hab da eine zuverlässige Quelle, die fast täglich davon berichtet, dass du mit dem "zu blöd zum sortieren"-Problem nicht allein dastehst. Das scheint wohl zum Firmenimage zu gehören. XD

    AntwortenLöschen

Tod den Captchas. Aber ohne gehts leider nicht mehr. Tod den Spamern.