Samstag, Mai 21, 2011

Faust

Aufgetan sind die Pforten der Finsternis 

|Faust - Eine deutsche Volkssage von Franz Wilhelm Murnau, 1926
Deutschland, UFA, 106 min.

Faust lässt sich mit Mephisto ein. Er verspricht diesem seine Seele, damit Faust ein Medikament gegen die Pest finden kann. Schließlich verhilft Mephisto Faust zu ewiger Jugend. Faust trifft auf Gretchen. In Folge der "Beziehung" bekommt Gretchen ein Kind, ihr Bruder stirbt und aus Gretchen wird Grete (kennt man ja). Am Ende sterben sie und (oho!) Faust.

Wer sich sehr für Filme, bzw. deren Geschichte interessiert, wird sich früher oder später auch mit Stummfilmen beschäftigen.
Neulich (sprich, vor einigen Wochen) habe ich im Rahmen eines Seminars meinen eineinhalbsten Stummfilm gesehen. Ich habe mal die erste Nosferatu Verfilmung mit Max Schreck geschaut - zumindest die erste halbe Stunde, danach hatte ich keine Lust mehr. Vor kurzem war dann eine der ersten (oder ist es sogar DIE Erste) Verfilmung des Goethestoffes dran. Faust - eine deutsche Volkssage.
Der Literaturkritiker #1, Walter Benjamin, hat den Film als eine Verstümmlung von Goethes Werk bezeichnet. Wo er Recht hat.. Die Gemeinsamkeiten zwischen dem Werk Goethes und der allgemeinen Volkssage bzw. dem historischen Goethe sind - wen wundert es? - nicht so groß. Gretchen ist schließlich auch mit das Einzige, das aus Goethes Welt in Murnaus Film integriert wurde. Da aber nirgendwo steht, dass Goethe der einzig wahre Faust-Erzähler sei und der Film auf dessen Werk basiert, stört das in meinen Augen wenig. Was hier wirklich bemerkenswert ist, sind die Kulissen, der Einsatz der Stilmittel und besonders die Effekte. Teilweise saß ich da und habe mich nur noch gefragt, wie man in Zeiten ohne Computer Effekte wie im Film benutzt, verwirklichen kann (bei Youtube gibt es den ganzen Film. Das Ende dieses Videos zeigt einen dieser wiehabendiedasgemacht?-Momente). Auf den ersten Blick wirkt alles natürlich eher komisch, aber wenn man bedenkt zu  welcher Zeit der Film gedreht wurde, kann man nur staunen. Selbst Hitchcock war von Murnau begeistert.

Kommentare:

  1. Jetzt mal davon abgesehen, daß ich die DVD schon ewig ungesehen im Regal rumschiebe, weil es im Stummfilm dann doch scheinbar für mich interesantere Themen gibt, bist du glaub ich auf einem guten Wege mir immer sympathischer zu werden. Mehr sowas. ;)

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  2. Ich besitze die wundersame Gabe, Dinge zu behalten, die schier unwichtige erscheinen und Dinge schnell zu vergessen, die wichtig sein können. Dazu gehören glücklicherweise auch Spoiler. Außerdem kann es bei anspruchsvolleren Werken durchaus ein Vorteil sein, sich nicht vom roten Faden ablenken lassen zu müssen. ;)

    Magst du keine modernen Autofilme oder generell keine Autofilme? The Driver von Walter Hill z.B. ist doch, gerade wenn man das davon beeinflußte Spiel mag, sehr angenehm.

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