Freitag, Juni 03, 2011

Der Italiener

Ein Schuss in den Kopf ist eine Möglichkeit.

|Der Italiener von Ferry Radax, 1972
Österreich, Ifage Filmproduktion, 75 min.

Bei einer Gesellschaft in einem Lusthaus wird der Schlossherr erschossen aufgefunden. Eigentlich sollte ein Theaterstück aufgeführt werden. In diesen Kulissen findet nun die Beerdigung statt. Unter den Gästen ist ein Italiener, den der Schlosserbe und Sohn des Erschossenen zu einem Spaziergang einlädt und ihm dort als erstem Menschen die Lichtung zeigt, auf dem sich ein Massengrab mit erschossenen Kriegsgefangenen befindet.

Ich habe den Film verstanden! Da ich - wie schon einmal erwähnt - das Talent habe, mir besonders blöde Referatsthemen auszusuchen, gibt es zu dem Film leider extrem wenig Sekundärliteratur. Vermutlich weil den Film tatsächlich niemand versteht und so lieber niemand darüber schreibt. Wäre da nicht meine Gruppe: Nachdem wir uns zu einer produktiven Stunde getroffen hatten, interpretierten wir was das Zeug hält und sind mit dem Endprodukt mehr als zufrieden. Nur ein Beispiel: Immer wieder wird ein Landvermesser gezeigt, der durch sein Objektiv in die Ferne schaut - das bedeutet ganz klar, dass diese Generation lieber in die Ferne schaut und eben nicht zurück; sprich, sie ist nicht bereit sich mit den Geschehnissen des zweiten Weltkrieges auseinanderzusetzen. Die Vergangenheit wird begraben (s. Massengrab) und niemand außer dem Schlossherrn und seinem Sohn wissen davon. Der Vater erschießt sich schließlich, da er nicht mit der Schuld zurecht kommt. Ha!  
Die Frage ist nur, wie wir 1 1/2 Stunden füllen wollen. Ich verfluche dich, elende Sitzungsmoderation!
Wer selbst auf der Suche nach Material für den Italiener ist und sich eingestehen muss, dass er nichts findet, melde sich! Ich bin gerne bereit, mein grenzenloses Wissen weiterzugeben, haha.
Fazit: Wer 75 Minuten ganz schreckliche Langeweile und aus irgendeinem Grund Lust hat, sich diese Zeit mit wenig österreichischem Dialog, langen Aufnahmen (zehn Minuten lang laufen zwei Ministranten schweigend über einen Berg) und Tierschlachtungen (dazu haben wir übrigens auch eine großartige Interpretation) zu vertreiben, ist bei diesem Film von Thomas Bernhard genau richtig!

1 Kommentar:

  1. HAB ICH DOCH GESAGT! :)

    Hm, jetzt wo du es sagst, könnte er das echt sagen. :D

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