Donnerstag, Januar 12, 2012

Ich höre was, was du nicht hörst.

Kennt ihr das, wenn ihr Hörspiele hört, ein spezielles Bild der Figuren vor Augen habt und DANN zufällig ein Foto des Sprechers seht? 
Ich persönlich bin da ja nicht so. Ich bin viel zu neugierig um nicht wissen zu wollen, wie die entsprechenden Sprecher aussehen. Ich weiß noch, wie ich zum ersten Mal Jens Wawrczeck (aka. Peter Shaw) gesehen habe. Es war ein winziges, unscharfes Bild, da die Sprecher der drei Satzzeichen zu diesem Zeitpunkt noch nicht so verstärkt in den Medien unterwegs waren. Dann gab es mal ein Extra bei Galileo mit Oliver Rohrbeck (aka. Husten Donut, aka. der selbstgerechte Fettsack Justus Jonas). Mein erster Gedanke: "Der ist ja gar nicht dick!!!" und: "Der hat ja gar keine Haare!" Damals (haha) war ich so ungefähr 12 und meine Welt anschließend zerstört. 

Während meiner Kindheit habe ich nicht nur exzessiv den drei Satzzeichen und ihrem ewigen Kampf mit ihrem Erzrivalen Skinny Norris gelauscht, sondern auch diversen anderen Hörspielen. Ganz weit vorne waren dabei die Geschichten rund um fünf Pfarrerskinder und ihrer Dogge Ostara. Die fünf Geschwister bereisen in fast jeder Folge ein neues Land und erleben dort allerlei spannende Abenteuer. Dabei treffen sie grundsätzlich mindestens eine Person die deutsch spricht und ein Semester in Heidelberg studiert hat. Noch heute höre ich unglaublich gerne die Folgen. Allein um mich über die "Zufälle" und die Sprüche zu beömmeln. Außerdem macht es einen Heidenspaß, mit meinem kleinen Bruder in 5 Geschwister-Zitaten zu sprechen. Als Beispiel sei hier nur genannt: "Hans-Georg, nimm deine Gitarre zur Hand, wir wollen ein Lied anstimmen." Und die Abenteuer hatten es teilweise wirklich in sich. Es gibt eine sehr unheimliche Folge in einem Geisterschloss in Schottland. Die höre ich auch heute noch nicht kurz vorm Einschlafen :D
Schon immer war ich extrem neugierig, wie die Sprecher bzw. die "echten Menschen" hinter den Kunstfiguren (der Autor Dieter B. Kabus war selbst Pfarrer und benannte die Kinder der Geschichte nach seinen eigenen fünf Kindern) wohl aussähen. Facebook sei dank weiß ich es nun. Und es ist wirklich merkwürdig. Die ehemaligen Kinder sind alle total alt (im Vergleich zu deren Alter in den Hörspielen). Selbst der jüngste ist mittlerweile um die 30. Jetzt wo ich meine Neugier nach Jaaahren der Recherche (mein zweiter Name: Bob Andrews) befriedigt habe, wünsche ich mir, ich hätte nichts gefunden. Die Sprecher der drei Satzzeichen gucke ich mir aus irgendwelchen Gründen total gerne an. Mein großer Traum ist es, endlich eine richtige Tour mitzuerleben und mir die fehlenden Autogramme von Jens und Andreas zu holen. Eines Tages! 
Aber die mittlerweile erwachsenen Menschen hinter den Kunstfiguren zu sehen, ist irgendwie unbefriedigend. Ich stelle mir nun vor, es wäre nie passiert und mache mir eine spannende Folge an.

- Dies war eine interessante Anekdote aus meinem Leben. -

Kommentare:

  1. Hach ja die guten Synchronsprecher. Eines meiner Lieblingsthemen wenn es um Filme geht und natürlich auch um Hörspiele.
    Mein Lieblingssychnchronsprecher ist immernoch Hannes Maurer, von dem es irgendwie kein richtiges Bild gibt, obwohl ich immer Ausschau danach halte :D

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  2. Oh mein Gott, du kennst die fünf Geschwister??! Ich hab die Bücher mal vor Jahren bei den alten Sachen meines Vaters gefunden und hielt die für so antik, dass keiner außer mir je was davon gehört haben kann :) Und ein Hörspiel gibt's auch dazu? Ich fand die Geschichten auch immer sehr spannend, nur das ständige Rumgebete hat mich als eher unchristliches Kind etwas verwirrt. Und die Namen waren doch auch sehr schick, hieß eine von den Töchtern nicht Esther? Oder Ruth? Hahaha, großartig, ich muss bei meinen Eltern mal auf die Suche gehen :D

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  3. Die 5 Geschwister kenn ich nicht, nur die guten alten Die 5 Freunde. Dennoch waren Hörspiele seinerzeit ein großes Thema. Ich bin quasi als Kassettenkind aufgewachsen und bekam Hörspiele zu den unterschiedlichsten Gelegenheiten. Mit viel Eigeninitiative auch auf Flohmärkten kam ich so auf weit über 500 Kassetten, als ich mit etwa 12 Jahren dieses "Hobby" zunächst als nicht altersgemäß bestattete. Anfang des neuen Jahrtausends dann zündete das Revival auch irgendwie wieder bei mir. Seit dem höre ich regelmässig zum Einschlafen Hörspiele. Meistens ??? oder TKKG oder die Neon-Grusler. Überhaupt steh ich mehr auf alte Zeiten und gebe mir eher die alten John Sinclair als die neuen. Auch Larry Brent und Macabros waren damals bei Europa irgendwie perfekt. Jan Tenner hat als Neuauflage nicht funktioniert. Gespenster-Krimi wurde offenbar wieder eingestellt (ging auch nur so) und einzig Dreamland-Grusel ält noch die Fahne mit einigermaßen kultigem Stil hoch. Gut, Titania Grusel ist von hoher Qualität, aber das muß man auch gerade wollen.
    Was die Sprecher angeht, könnte das nebst der modernen Produktionsweise durchaus ein Faktor sein. Früher kannte ich ja eher die Sprecher von den Hörspielen. Wenn dann plötzlich Edgar Ott in einem Kung Fu oder Exploitationstreifen auftaucht, dann denkt man an Benjamin Blümchen. Und das machte die alten Filme dann auch irgendwie heimelich, wenn man die Sprecher eben schon seit frühester Kindheit kannte. Deshalb stehe ich insbesondere auf 70er Trash in deutscher Synchro. Außerdem ist es äußerst amüsant, wenn Schauspieler wie Günther Ungeheuer oder Peter Pasetti in deutschen Filmen plötzlich den Mund auftun und die Stimme einem vertraut ist wie die der Eltern, nur daß man das Gesicht kaum kennt. Ist das schlimm? Finde ich nicht. Es ist doch klar, daß eine Erzählung von jemandem gesprochen werden muß. Ich stelle mir doch dann die Figur vor und nicht den Sprecher. Lustig ist nur, daß ich die Schauspielerin, die den Rollstuhlfahrer im alten Vorstadtkrokodile Film gespielt hat, jahrelang für Oliver Rohrbeck gehalten habe. Dieser hat das Mädchen jedoch nur synchronisiert, weil es ja einen Jungen spielt. xD
    Bei den neueren Sprechern habe ich ein paar Schwierigkeiten. Zum einen sprechen die einfach anders, als es früher war. Zum anderen kenne ich die Stimmen teilweise in den Hörspielen dann schon aus Filmen, was die Situation umdreht und so Schauspieler gewollt/ungewollt mit der Sprecherrolle verbindet. Bei Nana Spier ist es offensichtlich, weil sie nach ihrer Rolle als Buffy auch als ähnlich angelegte Figur Faith in der gleichnamigen Serie besetzt wurde.
    Es scheint aber generell nur einen sehr begrenzten Pool (guter) Sprecher zu geben, weshalb die Ensemblewirkung auf mich mit der Zeit einfach ins Negative wirkte. Inzwischen schaue ich Filme fast nur noch im O-Ton, zumal auch oft die eigenliche Dynamik einfach nicht transportiert werden kann. Deshalb rücken die Hörspielsprecher langsam aber sicher für mich in ein losgelöstes Abteil.
    Im direkten Vergleich erkennt man dann aber auch, welch teilweise überhaupt erst erotisierende Wirkung die deutschen Stimmen ausüben. Einerseits ist dies für das Ergebnis übertrieben, andererseits ein guter Grund dafür, die Gesichter hinter den Stimmen nicht unbedingt kennenlernen zu wollen. Schlimmstenfalls desillusionierend verbergen sich doch oftmals ganze andere Menschen hinter den Stimmen, als man sich so vorstellen will.

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