Samstag, Mai 12, 2012

The Invention of Lying

Wow, I just took one of the biggest poops of my whole life. What are you ordering?


| Lügen macht erfinderisch von Ricky Gervais, 2009.
Warner Bros. Pictures, USA,  100 min.

Eine Welt ohne Lügen und Fiktion. In dieser Welt lebt der erfolglose Drehbuchautor Mark Bellison (Ricky Gervais). Eines Tages verliert er seinen Job in einer Produktionsfirma von historischen Dokumentarfilmen und kurz darauf auch seine Wohnung. Geknickt geht Mark zu seiner Bank, um sein letztes Geld abzuheben. Wegen eines technischen Fehlers kann nicht auf das Konto zugegriffen werden, so fragt eine Bankangestellt Mark nach seinem Guthaben, um ihm das Geld direkt auszuzahlen. Ein plötzlicher Geistesblitz erhellt Mark - er nennt eine falsche Summe. Und kommt damit durch. Beschwingt durch diesen Erfolg möchte der Loser endlich durchstarten.

Die Grundidee des Films ist großartig: Eine Parallelwelt in der jeder Mensch die Wahrheit sagt. So wird der Protagonist regelmäßig von seinen Mitmenschen daran erinnert, was für ein Verlierer er sei. Sein Chef sagt, dass er ihn bald kündigen wird; die Frauen geben zu, dass sie in Mark keinen guten Mann sehen und dass sie nicht vorhaben, sich wieder bei ihm zu melden. 
Da auch der fiktionale Film an sich eine Lüge ist, weil ein Film nie eine konkrete Situation genau wiedergibt und / oder ohnehin nie passiert ist, besteht die Filmindustrie in einer Welt ohne Lügen aus Dokumentarfilmen. In einem solchen Film sitzt ein einzelner Mann auf einem Stuhl und erzählt von historischen Geschichten.
Mark ist der einzige Mensch, dem plötzlich eines Tages die Idee kommt, die Wahrheit zu "verschönern". Da seine Mitmenschen keinen Grund haben, ihm zu misstrauen, glauben sie ihm natürlich alles was er sagt. Wenn er etwas sagt, wird es sicher irgendwie stimmen. Ob das nun der Kontostand oder eine Sexaufforderung auf offener Straße ist, um eine drohende Katastrophe zu verhindern. Es funktioniert.
Während all dieser Wahrheiten und offengelegten Gefühle fragt man sich als Zuschauer nicht nur einmal, ob eine Beschönigung der Situation hier und da nicht doch besser sein mag als die nackte Wahrheit die Menschen offensichtlich extrem verletzt und gelegentlich auch zu Selbstmordgedanken treibt.
Doch, wie der Film zeigt, auch kleine Notlügen entwickeln sich irgendwann zu großen, falschen Geschichten.
Der erste Teil von Lügen macht erfinderisch erzählt großartig und zynisch von dieser Welt ohne Lügen. Im Laufe des Films verspielt Gervais leider viel Potenzial. Mit der Zeit fühlt man sich nur noch belehrt und sieht den Zeigefinger vor seinem geistigen Auge. Natürlich musste auch noch eine Liebesgeschichte in den Film gequetscht werden. Etwas weniger Liebesdrama hätte dem Film in den letzten Metern sicher gut getan. Aber allein die Grundidee macht den Film extrem sehenswert. Und Ricky Gervais (The Office) ohnehin. Einen netten Cameo von John Cu.. äähm, Edward Norton gibt es auch. Sowas freut mich ja immer. Auch wenn der deutsche Titel irgendwie wieder echt gammlig ist.
Man sollte ein Experiment machen und einen Tag nur noch die Wahrheit sagen. Und zwar wirklich jedem und in allen Situationen.

1 Kommentar:

  1. Aus Erfahrung sollte man lieber nicht lügen anstatt immer die Wahrheit zu sagen. Aber das Konzept des Films gefällt mir. Mal fürs Fernsehen merken.

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