Freitag, Oktober 05, 2012

God Bless America

Frank: I didn't kill her because I couldn't have her. I killed her because she wasn't nice. 

© Magnolia Pictures 

| God Bless America von  Bobcat Goldthwait, 2011.
USA,  Darko Entertainment, 105 min.

Frank (Joel Murray) ist geschieden, hat seinen Job verloren und vor kurzem die Nachricht über einen Gehirntumor in seinem Kopf erhalten. Er weiß, dass er nichts mehr zu verlieren hat und möchte seinem Leben ein Ende setzen. Während der Lauf seiner Knarre bereits in seinem Mund steckt, läuft nebenbei eine Reality-Sendung in der sich ein verwöhntes, dummes Mädchen aufregt, weil es nicht das richtige Auto zum Geburtstag bekommen hat. Kurzerhand entschließt er sich, das Mädchen umzubringen. Beobachtet wird er bei seinem Mord von der 16-jährigen Roxy (Tara Lynne Barr). Diese ist begeistert und schließt sich Frank an. Gemeinsam starten sie einen Mordfeldzug an allen Menschen, die ihrer Meinung nach den Untergang der Vereinigten Staaten herauf beschworen haben.

Dieser Film ist mit Abstand das schwarzeste was ich je gesehen habe. Gnadenlos ziehen die Protagonisten in die Weiten der USA hinaus, um Menschen zu töten, die im Kino das Handy anlassen und Popcorn schmeißen oder mit Hass-Sprüchen auf Plakaten gegen Juden hetzen. Kurzerhand wird jeder ermodert der in Franks und Roxys Augen als unhöflich und nervig gilt.
In Diskussionen in Hotelzimmern wird dabei erörtert, auf wen diese Adjektive zutreffen und wer als nächstes unbedingt getötet werden muss. Die Kardashians oder doch lieber die Drehbuchautorin von Juno?
Natürlich bleiben die Mordserien von den Medien nicht unbemerkt. Selbstverständlich erkennen die Reporter die wahren Beweggründe der Mörder nicht. So wird die Bluttat im Kino kurzerhand mit dem dort gezeigten Film und dessen aggressiven Inhalt in Verbindung gebracht. Leider ein absoluter Spiegel der Realität, in der bei Massakern zunächst immer und grundsätzlich "Killerspiele" oder aggressive Musik und Filme als Erklärung herhalten müssen und nicht etwa die Tatsache angeprangert wird, dass es viel zu einfach ist, an Waffen ranzukommen.
Dass zwei Menschen losziehen, um Gott zu spielen und meinen, dabei über Leben und Tod entscheiden zu dürfen, ist ohne Frage eine merkwürdige und eher fragwürdige Art, mit nervigen Menschen umzugehen. 
Sieht man God Bless America allerdings als das was es ist - nämlich eine absolut überspitzte und schwarze Satire auf eine Gesellschaft, in der talentfreien Menschen eine Bühne (z.B. in Castingshows) geboten wird, damit das Publikum sich daran aufgeilen kann, dass ihr Leben doch nicht ganz so scheiße ist, dann kann der Film tatsächlich unglaublich viel Spaß machen.
Frank erklärt die Welt. Allein für seine Monologe lohnt es sich, diesem Film eine Chance zu geben.
Leider wird das Ende dem Film nicht gerecht. Wobei man sich tatsächlich fragen muss, WIE ein Film mit einem solchen Inhalt überhaupt enden soll.

Bleibt noch eine Frage. Wo bekomme ich jetzt so eine Strickjacke mit Pferdestickereien her?

Kommentare:

  1. Der klingt doch super. Im Grunde sogar wie der Halbbruder von Super. Nur ohne Kostüm. Shut up Crime! Setz ich auf die Liste.

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    1. Wer ist denn der Halbbruder von Super?

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  2. Du kennst den Film Super? Das ist so wie Kick-Ass, nur daß der eiskalt realistisch bleibt und sich mit der Figur und seiner Beziehung zur Gesellschaft als solches auseinandersetzt, wobei das sehr graphisch ausfällt und sogar sehr unkonventionell mit den Hauptrollen umgegangen wird. God Bless America klingt quasi wie das, nur mit was anderem. Vielleicht Falling Down? Jedenfalls genau mein Gebiet. Schätze ich.

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  3. ich kenne bisher nicht einmal die verfilmung. die schau ich mir aber nächstes wochenende an - das buch ist mir im moment nämlich noch etwas zu verwirrend. brionys sprachgebrauch find ich teilweise schon sehr krank und echt krass, wie sie sich schon nach 100 seiten wie eine kleine diva aufspielt.
    das zweite buch kommt am mittwoch an - hamlet. wird wahrscheinlich auch nicht besser :D
    das gute ist einfach nur, dass die dozentin nicht einmal verlangt, dass wir die bücher bis zum ersten termin gelesen haben sollen!

    und jap. ernsthaft nur ein einführungstag. am nächsten tag war dann bei uns noch stundenplanbesprechung und ab nächstem donnerstag geht's dann los. zwischendurch haben wir aber keine veranstaltungen (nur bibliotheksführungen und ersti-partys)
    und bammel hab ich auch!
    aber klappt schon alles so, wie wir das wollen - zur zeit bin ich extremer optimist ;) und dann wissen wir hoffentlich auch bald, wann wir paris&amsterdam unsicher machen können! :D

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