Freitag, März 29, 2013

Dinge die ich nie verstehen werde, Teil 7

Aus gegebenem Anlaß an dieser Stelle mein Beitrag zum Karfreitag und dessen Tanzverbot aus dem letzten Jahr. Hat ja nichts an seiner Aktualität verloren.
Heute: Das Tanzverbot

Jedes Jahr die gleiche Schose: es ist das Karwochenende und die Regierung möchte die Menschen nicht tanzen sehen und verbietet deswegen öffentliche Tanzveranstaltungen.

Das folgende wird geschrieben unter der Voraussetzung, dass Jesus Christus am gestrigen Tag vor 2012 Jahren gestorben ist und das Evangelium, so wie es in der Bibel steht, die Wahrheit darüber erzählt wie und warum es geschah.

An Karfreitag sollst du trauern. Freude wird nicht gerne gesehen. Die logische Konsequenz dessen ist also, ein Tanzverbot auszusprechen. 
In einer Diskussion sagte man mir, dass das Verbot ja eeeigentlich vielleicht eher für den Alkoholkonsum gelte. Schließt man Discotheken, betrinken sich weniger Menschen und hauen wenigstens nicht an dem Tag an dem sich Jesus für gerade diese Menschen opferte, sinnlos auf den Putz. Da stellt sich natürlich die Frage, warum Bars und Kneipen nicht geschlossen werden. Und die wahren Feierwütigen brauchen auch keine Disothek um sich zu betrinken. Dafür braucht es nur den billigen Wodka von der Tanke und irgendein Plätzchen. Ist tatsächlich irgendjemand der Meinung, der Karfreitag halte die Menschen davon ab, sich sinnlos zu betrinken?
Wieso denkt man: Jesus ist tot. Ich bin traurig und verstecke mich im Schrank. Anstatt sich zu sagen: Jesus ist gestorben, weil er es wollte. Weil er nur dafür auf die Welt gekommen ist. Um allen Menschen ein Leben ohne Sünde zu gewährleisten. Klingt doof, aber ja: Jesus ist gerne für die Menschen gestorben. Er hat seine Wunder vollbracht - es wäre sicher ein leichtes gewesen, vom Kreuz hinabzusteigen und allen in den Hintern zu treten. Aber er hat es nicht getan. Statt dass man sich daran erfreut und sich denkt: Geil, Jesus ist für mich gestorben! Ich will tanzen und mich freuen! sitzen sie in ihren Kämmerchen. 
Stattdessen verbietet man es. Man verbietet auch Tanzdemos. Man verbietet Tanzdemos im 21. Jahrhundert. Die DDR gibt es nicht mehr, aber kommt. Wir verbieten Demonstrationen.
Das ist so eine dämliche Doppelmoral. Livemusik ist nämlich erlaubt.
Kein Schwein kann den genauen Karfreitag datieren. Genau wie keiner Weihnachten genau datieren kann. Diesen ganzen Symbolismus kann ich nicht nachvollziehen. 'Du darfst heute kein Fleisch essen! Weil es ist böse und das machen wir nicht, weil es ist ein Symbol für irgendetwas!' Wenn Menschen aus Überzeugung auf irgendetwas freiwillig verzichten, sei es Fleisch oder Alkohol oder das Tanzen, dann sage ich: sau geil! Das finde ich wirklich gut. Aber es nur zu machen, weil es vorgeschrieben wird, da frage ich mich nur: warum?
Deswegen finde ich auch den ganzen Katholizismus so beschränkt. Du hast deinen Mann betrogen, 500€ geklaut oder dir illegal Filme runtergeladen? Bete 15 Ave Maria und spiele mit deinem Rosenkranz, DANN bist du erlöst und Jesus liebt dich wieder. In der Oberstufe hat mein Relilehrer (und Pfarrer!) mir beigebracht, dass man nichts machen muss um von Jesus geliebt zu werden. Und ich glaube nicht, dass er etwas dagegen hat, wenn ich an Karfreitag tanze.
Den größten Vogel schießt aber - wie so oft - Die Welt ab: 

Zunächst einmal ist es verlogen, dass die Jux-Säkularisten zwar die Annehmlichkeiten der Arbeitsbefreiung am christlichen Feiertag in Anspruch nehmen, aber dessen religiösen Gehalt aktiv bekämpfen wollen.
Ähm. Ok. Hm. Ich arbeite über die christlichen Feiertage. Also darf ich dann auch tanzen?

Es würde die Gottlosigkeit deutlich attraktiver machen, wenn Atheisten wenigstens an einem Tag im Jahr zu jener kollektiven Trauer fähig wären, der sich Christen in der Karwoche unterziehen.
Schön gesagt. Werdet endlich attraktiver, liebe Gottlosen! Trauert kollektiv mit, auch wenn es euch überhaupt nicht juckt. Trauert, um dem Durchschnittsdeutschen zu zeigen, wie attraktiv die Gottlosigkeit wirklich ist. Großes Kino.

Ich hatte gestern einen schönen Abend mit meinen Freundinnen. Wir haben es sogar gewagt zu lachen. Und einmal haben unsere Gliedmaßen gezuckt und es sah kurz aus, als würden wir tanzen. 
Aber liebe Die Welt-Redaktion, es tut uns leid und wir schämen uns.
Hauptsache Livemusik ist trotzdem erlaubt. Da tanzen Menschen ja nicht. Und sollte sich jemand bewegen, heben wir ein Schild hoch. Auf dem wird dann dick Ketzer stehen.

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