Aus gegebenem Anlaß an dieser Stelle mein Beitrag zum Karfreitag und dessen Tanzverbot aus dem letzten Jahr. Hat ja nichts an seiner Aktualität verloren.
Heute: Das Tanzverbot
Jedes
Jahr die gleiche Schose: es ist das Karwochenende und die Regierung
möchte die Menschen nicht tanzen sehen und verbietet deswegen
öffentliche Tanzveranstaltungen.
Das
folgende wird geschrieben unter der Voraussetzung, dass Jesus Christus
am gestrigen Tag vor 2012 Jahren gestorben ist und das Evangelium, so
wie es in der Bibel steht, die Wahrheit darüber erzählt wie und warum es
geschah.
An
Karfreitag sollst du trauern. Freude wird nicht gerne gesehen. Die
logische Konsequenz dessen ist also, ein Tanzverbot auszusprechen.
In
einer Diskussion sagte man mir, dass das Verbot ja eeeigentlich
vielleicht eher für den Alkoholkonsum gelte. Schließt man Discotheken,
betrinken sich weniger Menschen und hauen wenigstens nicht an dem Tag an
dem sich Jesus für gerade diese Menschen opferte, sinnlos auf den Putz.
Da stellt sich natürlich die Frage, warum Bars und Kneipen nicht
geschlossen werden. Und die wahren Feierwütigen brauchen auch keine
Disothek um sich zu betrinken. Dafür braucht es nur den billigen Wodka
von der Tanke und irgendein Plätzchen. Ist tatsächlich irgendjemand der
Meinung, der Karfreitag halte die Menschen davon ab, sich sinnlos zu
betrinken?
Wieso
denkt man: Jesus ist tot. Ich bin traurig und verstecke mich im
Schrank. Anstatt sich zu sagen: Jesus ist gestorben, weil er es wollte.
Weil er nur dafür auf die Welt gekommen ist. Um allen Menschen ein Leben
ohne Sünde zu gewährleisten. Klingt doof, aber ja: Jesus ist gerne für
die Menschen gestorben. Er hat seine Wunder vollbracht - es wäre sicher
ein leichtes gewesen, vom Kreuz hinabzusteigen und allen in den Hintern
zu treten. Aber er hat es nicht getan. Statt dass man sich daran erfreut
und sich denkt: Geil, Jesus ist für mich gestorben! Ich will tanzen und
mich freuen! sitzen sie in ihren Kämmerchen.
Stattdessen
verbietet man es. Man verbietet auch Tanzdemos. Man verbietet Tanzdemos
im 21. Jahrhundert. Die DDR gibt es nicht mehr, aber kommt. Wir
verbieten Demonstrationen.
Das ist so eine dämliche Doppelmoral. Livemusik ist nämlich erlaubt.
Kein
Schwein kann den genauen Karfreitag datieren. Genau wie keiner
Weihnachten genau datieren kann. Diesen ganzen Symbolismus kann ich
nicht nachvollziehen. 'Du darfst heute kein Fleisch essen! Weil
es ist böse und das machen wir nicht, weil es ist ein Symbol für
irgendetwas!' Wenn Menschen aus Überzeugung auf irgendetwas freiwillig
verzichten, sei es Fleisch oder Alkohol oder das Tanzen, dann sage ich:
sau geil! Das finde ich wirklich gut. Aber es nur zu machen, weil es
vorgeschrieben wird, da frage ich mich nur: warum?
Deswegen
finde ich auch den ganzen Katholizismus so beschränkt. Du hast deinen
Mann betrogen, 500€ geklaut oder dir illegal Filme runtergeladen? Bete
15 Ave Maria und spiele mit deinem Rosenkranz, DANN bist du erlöst und
Jesus liebt dich wieder. In der Oberstufe hat mein Relilehrer (und
Pfarrer!) mir beigebracht, dass man nichts machen muss um von Jesus
geliebt zu werden. Und ich glaube nicht, dass er etwas dagegen hat, wenn
ich an Karfreitag tanze.
Den größten Vogel schießt aber - wie so oft - Die Welt ab:
Zunächst
einmal ist es verlogen, dass die Jux-Säkularisten zwar die
Annehmlichkeiten der Arbeitsbefreiung am christlichen Feiertag in
Anspruch nehmen, aber dessen religiösen Gehalt aktiv bekämpfen wollen.
Ähm. Ok. Hm. Ich arbeite über die christlichen Feiertage. Also darf ich dann auch tanzen?
Es
würde die Gottlosigkeit deutlich attraktiver machen, wenn Atheisten
wenigstens an einem Tag im Jahr zu jener kollektiven Trauer fähig wären,
der sich Christen in der Karwoche unterziehen.
Schön
gesagt. Werdet endlich attraktiver, liebe Gottlosen! Trauert kollektiv
mit, auch wenn es euch überhaupt nicht juckt. Trauert, um dem
Durchschnittsdeutschen zu zeigen, wie attraktiv die Gottlosigkeit
wirklich ist. Großes Kino.
Ich
hatte gestern einen schönen Abend mit meinen Freundinnen. Wir haben es
sogar gewagt zu lachen. Und einmal haben unsere Gliedmaßen gezuckt und
es sah kurz aus, als würden wir tanzen.
Aber liebe Die Welt-Redaktion, es tut uns leid und wir schämen uns.
Hauptsache
Livemusik ist trotzdem erlaubt. Da tanzen Menschen ja nicht. Und sollte
sich jemand bewegen, heben wir ein Schild hoch. Auf dem wird dann dick Ketzer stehen.
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