Kennt ihr das, wenn ihr Hörspiele hört, ein spezielles Bild der Figuren vor Augen habt und DANN zufällig ein Foto des Sprechers seht?
Ich persönlich bin da ja nicht so. Ich bin viel zu neugierig um nicht wissen zu wollen, wie die entsprechenden Sprecher aussehen. Ich weiß noch, wie ich zum ersten Mal Jens Wawrczeck (aka. Peter Shaw) gesehen habe. Es war ein winziges, unscharfes Bild, da die Sprecher der drei Satzzeichen zu diesem Zeitpunkt noch nicht so verstärkt in den Medien unterwegs waren. Dann gab es mal ein Extra bei Galileo mit Oliver Rohrbeck (aka. Husten Donut, aka. der selbstgerechte Fettsack Justus Jonas). Mein erster Gedanke: "Der ist ja gar nicht dick!!!" und: "Der hat ja gar keine Haare!" Damals (haha) war ich so ungefähr 12 und meine Welt anschließend zerstört.
Während meiner Kindheit habe ich nicht nur exzessiv den drei Satzzeichen und ihrem ewigen Kampf mit ihrem Erzrivalen Skinny Norris gelauscht, sondern auch diversen anderen Hörspielen. Ganz weit vorne waren dabei die Geschichten rund um fünf Pfarrerskinder und ihrer Dogge Ostara. Die fünf Geschwister bereisen in fast jeder Folge ein neues Land und erleben dort allerlei spannende Abenteuer. Dabei treffen sie grundsätzlich mindestens eine Person die deutsch spricht und ein Semester in Heidelberg studiert hat. Noch heute höre ich unglaublich gerne die Folgen. Allein um mich über die "Zufälle" und die Sprüche zu beömmeln. Außerdem macht es einen Heidenspaß, mit meinem kleinen Bruder in 5 Geschwister-Zitaten zu sprechen. Als Beispiel sei hier nur genannt: "Hans-Georg, nimm deine Gitarre zur Hand, wir wollen ein Lied anstimmen." Und die Abenteuer hatten es teilweise wirklich in sich. Es gibt eine sehr unheimliche Folge in einem Geisterschloss in Schottland. Die höre ich auch heute noch nicht kurz vorm Einschlafen :D
Schon immer war ich extrem neugierig, wie die Sprecher bzw. die "echten Menschen" hinter den Kunstfiguren (der Autor Dieter B. Kabus war selbst Pfarrer und benannte die Kinder der Geschichte nach seinen eigenen fünf Kindern) wohl aussähen. Facebook sei dank weiß ich es nun. Und es ist wirklich merkwürdig. Die ehemaligen Kinder sind alle total alt (im Vergleich zu deren Alter in den Hörspielen). Selbst der jüngste ist mittlerweile um die 30. Jetzt wo ich meine Neugier nach Jaaahren der Recherche (mein zweiter Name: Bob Andrews) befriedigt habe, wünsche ich mir, ich hätte nichts gefunden. Die Sprecher der drei Satzzeichen gucke ich mir aus irgendwelchen Gründen total gerne an. Mein großer Traum ist es, endlich eine richtige Tour mitzuerleben und mir die fehlenden Autogramme von Jens und Andreas zu holen. Eines Tages!
Aber die mittlerweile erwachsenen Menschen hinter den Kunstfiguren zu sehen, ist irgendwie unbefriedigend. Ich stelle mir nun vor, es wäre nie passiert und mache mir eine spannende Folge an.
- Dies war eine interessante Anekdote aus meinem Leben. -