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Mittwoch, August 29, 2012

Dinge die ich nie verstehen werde, Teil 9

Heute: Der Zufallsunterschied und sein Konjunktiv
 
"Krass, dass du das machst. Ich könnte das nicht."
"Ich könnte nicht normal mit denen umgehen. Ich hätte viel zu viel Mitleid." 
"Man hätte den Leuten doch total viel ersparen können, hätte man vorher Bescheid gewusst und einfach abgetrieben."

Solche und ähnliche Aussagen höre ich immer dann, wenn in einem Gespräch das Thema aufkommt, was man denn beruflich / studentisch so mache.
Seit einem Jahr arbeite ich nun in der Behindertenhilfe. Zunächst war ich in einer Pflegegruppe für Kinder und Jugendliche in einem Wohnheim. Die letzten vier Monate verbrachte ich schließlich in einer Werkstatt mit Erwachsenen ab 23 Jahren.

Konjunktiv. Wer sagt, er könne nicht mit Menschen mit Behinderung umgehen oder gar arbeiten, hat es meist nicht versucht. 
Das einzige was viele Leute von Behinderten mitbekommen, ist oft das, was sie auf der Straße sehen. Da ist eine Mutter mit ihrem Down-Syndrom-Kind unterwegs und muss sich dem mitleidigen Blick der Mitmenschen aussetzen. Natürlich ist das Kind fröhlich und am lachen. Doch das "Mongogesicht" und die Körpergröße zeigt, dass etwas mit dem Kind nicht stimmen kann. Was für ein Stress ein Kind großzuziehen das auf ewig geistig zurückgeblieben sein wird und dessen Wortschatz manchmal auch nur aus 15 Wörtern besteht. Wer kann das schon wollen?

Das erste und vermutlich auch wichtigste was ich in meiner Zeit gelernt habe, ist Vorurteilen, gesetzen Meinungen und Klischees noch weniger Glauben zu schenken, als ich es ohnehin schon tue. 
Einer der urigsten Männer meiner Werkstatt hat das Down-Syndrom. Er ist immerzu fröhlich und jeder mag ihn. Wenn ich ihn sehe, könnte ich ihn den ganzen Tag knuddeln und über den Kopf tätscheln.
Eine der grummeligsten Frauen meiner Werkstatt hat das Down-Syndrom. Sie ist immerzu schlecht gelaunt, mürrisch und grummelig. Spricht man sie an, schaut sie böse, zeigt den Mittelfinger oder brummt etwas in ihren imaginären Bart.
Ich finde es schauderhaft, wenn ich mitbekomme wie eine fremden Person einer Mutter auf der Straße sagt, wie schön sie es fände, wenn Eltern ihre Down-Kinder groß ziehen. Sie sind schließlich immer so ein Sonnenschein und nur am lachen.
Natürlich trifft das auf viele Down-Kinder zu. 
Natürlich trifft das auf viele gesunde Kinder zu.

Liebe Frauen. Lasst euch in den Voruntersuchungen einer Schwangerschaft gut untersuchen. Sollte eine Behinderung festgestellt werden. Treibt ab. Ihr erspart der Welt so viel Stress und Anstrengung. Man könnte den Leuten schließlich so viel ersparen.
Wem soll eigentlich etwas erspart werden? Der Umwelt?
In meinem ganzen Leben ist mir noch nie so viel Herzlichkeit und Wärme begegnet wie in diesem einen Jahr. 
Wenn man nach einem Monat zum ersten Mal wieder in die Pflegegruppe geht, der 10-jährige Junge einen sieht und sich so freut einen endlich mal wieder zu sehen, dass er im Rolli mit festgezogenen Bremsen anfängt hin und her zu schwingen, um irgendwie ein kleines Stückchen vorwärts zu kommen und sich dabei totlacht, freut und in die Hände klatscht, kann man nur noch hinstürmen und ihn abknutschen.
Von meiner Aufnahmebestätigung der Uni erfuhr ich via Handy und Internet morgens bei der Arbeit. Jeder bekam mit wie dermaßen froh und glücklich ich war, endlich zu wissen, wie es nach diesem Jahr weitergeht. Jeder freute sich so sehr mit mir, als wäre er selbst angenommen worden.

Nie wurde mir so oft und ernst gemeint gesagt, dass man mich gerne hat und traurig ist, wenn meine Zeit vorbei ist. Wenn gesunde Menschen auch nur annähernd so herzlich und ehrlich wären wie Menschen mit Behinderung, wäre die Welt ein so viel freundlicherer Ort.

Manchmal gibt es diese Tage, an denen ich einige der Beschäftigten an die Wand klatschen könnte. Da muss ich nach einer langen Nacht morgens um 8.30h zum 500. Mal erklären, wo die Frankierung auf den Briefumschlag geklebt werden soll. Oder ich muss stundenlang diskutieren, bis endlich eingesehen wird, dass jetzt gearbeitet wird und genug Mensch ärger dich nicht gespielt wurde.  
Manchmal gibt es diese Tage, an denen ich einige Menschen dieser Welt gegen die Wand klatschen könnte. Da muss ich nervige Kinder im Bus ertragen oder kläffende kleine Hunderatten und deren Besitzer.

Eine Behinderung ist keine Krankheit, sondern eine individuelle Lebensform.

Samstag, Juni 16, 2012

PmdD #10.5


Gestern war wieder einmal der berühmtberüchtige Picture my day Day. Der mittlerweile zehnte an der Zahl (+ mein fünfter). Ein wahrer Grund zur Freude also. Tatsächlich haben über 100 Menschlein mitgemacht und die meisten haben ihren Beitrag schon fertig. Ihr Freaks :D Diesesmal ausgerichtet von Sumi. Die restlichen Beiträge kann man sich übrigens hier anschauen. Prost und so.
Highlight des Tages: "Und, was hast du heute so gemacht?" - "Ich hab Schwangerschaftstests eingepackt. Und du so?"


Dienstag, November 29, 2011

Gibt das Schwein denn keine Milch mehr

Menschen kommen, Menschen gehen
Vielleicht ein Stolpern, ein Versehen
Ein geradezu ernüchterndes Alltagsproblem
Clickclickdecker

Seit zwei Monaten arbeite ich in einem Behindertenwohnheim. Heute hatte eins meiner „Kinder“ eine Abschiedsparty, weil er mit seinen 19 Jahren der Einrichtung entwachsen ist. Donnerstag wird er uns verlassen und in ein neues Heim ziehen.
Ich kann nicht beschreiben, wie wunderschön und gleichzeitig furchtbar traurig der Abend war. Zu sehen, wie er mit sich und seinen Myoklonien kämpft. Wie er seinen Sitznachbarn ärgert und sein typisch fieses Grinsen aufsetzt. Und wie er sich darüber, wer alles gekommen ist.
Ich kenne ihn zwei Monate und bin traurig, wenn ich daran denke, wie leer die Gruppe ohne ihn sein wird. Keine bekloppten Ideen mehr. Kein Günther Jauch spielen mehr. Keine Diskussionen mehr beim Essen darüber ob und was er essen will. Erst ein Brot schmieren lassen und dann doch kein Bock drauf haben. Und dann das breiteste Grinsen zeigen, wenn er jemanden mit seiner Gabel piekst.
Wie muss es erst Leuten gehen, die ihn begleiten seit er dort vor vier Jahren eingezogen ist? 
Schon im Januar kommt ein neues Kind in die Gruppe. Ein weiterer Mensch auf der langen Liste von Begegnugen.

Selten lernt man jemanden kennen, mit dem man sein ganzes Leben lang Kontakt hat. Und das mehr als sporadisch. Man muss sich mal vorstellen, wie viele Menschen man in seinem ganzen Leben trifft. Man hat ein paar Jahre ein gutes Verhältnis und driftet dann doch irgendwann irgendwie in verschiedene Richtungen.
Dann gibt es aber doch auch die einigen wenigen Menschen die du eine lange Zeit nicht siehst. Und dann ist beim ersten Treffen nach dieser Zeit alles genau so, wie es bei der letzten Begegnung vor einem Jahr war. Wenn genau da weitergemacht wird wo aufgehört wurde. Leider ist dieser Typ Mensch ziemlich selten. Aber man kann froh sein, wenn man einen dieser Sorte hat.



Clickclickdecker - Stolpern

Samstag, November 12, 2011

PmdD #7.2

Wie das halt so ist.. man muss ja alles im Internet breit treten und bei jedem Quark mitmachen. Nun also mal wieder verschärft beim Picture my day - Day #7(.2, da meine zweite Teilnahme. Ist ja klar). Wie immer waaaaahnsinnig spannend :D

// 11.11.11

Montag, Mai 16, 2011

Dinge die ich nie verstehen werde, Teil 5

Heute: Der unerquickte Regaleinräumer 

Ich kann es ja besonders gut leiden, wenn ich fröhlich Regale einräume und neben mir Kunden stehen und dauerhaft suchende Geräusche von sich geben. Das geht dann ungefähr so: "Hm... schnalzgeräusche einfügen.. ach.. hmm.." 
Statt dass einfach mal gefragt wird, wo das Gesuchte steht, wollen die Leute lieber angesprochen werden. Vermutlich weil sie Zuhause zu wenig Aufmerksamkeit bekommen und diese eben anders eingeholt werden muss. Es ist ja nicht so, dass ich durch die unrealistischen Zeitvorgaben von Seiten meiner Arbeitgeber schon genug unter Stress stände. Freundlich wie ich bin, frage ich aber dennoch, ob ich denn helfen könne. "Hmm. Jaaa.. Also irgendwie komme ich nicht zurecht. Haben Sie schon wieder umgeräumt?" (Es wurde seit Monaten übrigens nicht mehr umgeräumt). Leider Gottes war das gesuchte Produkt nicht mehr vorrätig und was sagt die gute Frau zu mir? "Das ist ja nicht sehr erquickend heute." Ahja. Ich muss zugeben, meine Seele erquickt dieser Laden leider auch schon lange nicht mehr. Wer erquickt werden will, soll in die Kirche gehen und nicht Kaffee kaufen.
Ab heute werde ich die Menschen in meinem Umfeld erziehen. Wer meint nur blöde Andeutungen machen zu müssen, wird gekonnt ignoriert und bekommt garantiert nicht das, was er möchte. Irgendwann wird sich das auf die ganze Welt niederschlagen und ich muss mich nicht mehr so viel aufregen. Mein Blutdruck wird es mir danken.

Aber vielleicht liegt es auch am Regaleinräumer selbst. Irgendwie ist man mit diesem Job in der Nahrungskette schon ganz unten angekommen. Die meisten Leute denken wirklich, man sei dämlich.
Da räume ich munter Reinigungsmittel ein, als eine Frau mich anspricht und fragt, wo das Nachfüllspray für solche Raumduftdinger stehe. Gar kein Probleeeem, da kenne ich mich aus. Die gute Frau ist aber nicht überzeugt, weil die Dinger nicht aussähen wie das Original (ob sie wohl verstanden hat, dass sie Nachfülldinger gesucht hat?). Da sagt sie doch tatsächlich: 
"Können Sie mir jemanden holen, der Interesse hat, hier etwas zu verkaufen?" Ja klar. Ich habe ja nichts besseres zu tun als den Bimbo für eine garstige Idiotin zu spielen. Weil ich machmal viel zu freundlich bin, hole ich also eine Verkäuferin des Hauses und was gibt sie der Kundin? Natürlich das, was ich ihr vorher auch geben wollte. Das Resultat: "Ach, vielen Dank. Genau das wollte ich haben." Schade, dass meine Blicke nicht töten oder wenigstens sehr starke Schmerzen zufügen können.

Dienstag, April 12, 2011

My House Is On Fire But I Am Alive

Heute hat mich jemand nach meiner ICQ-Nummer gefragt. Ich habe ihm meine Matrikelnummer gegeben, in dem festen Glauben, diese sei meine ICQ-Nummer. Man sieht – ich bin wieder voll drin in der Materie :D
Meine Professoren dieses Semester sind besonders hart. Heute hat die Dame in der Einführung (!) in der ersten (!) Sitzung tatsächlich die volle Zeit genutzt und uns Sachen erzählt, die im kommenden Semester noch ausgeführt werden. Dabei hat sie 500 Beispiele benutzt. Die 200 (und das ist keine Übertreibung) Studenten im Raum wurden gegen Ende verblüffender Weise sehr unkonzentriert und so verzichtete die gute Frau letztlich auf ganze zwei Beispiele!!
Die Vorlesung direkt darauf, geleitet von einem alten, langsamen Mann, war da viel besser. Nach allen drei Worten hat er den Faden verloren und als ein Student es wagte kurz aufzustehen, wurde der arme Herr vorne schließlich vollkommen aus seinem Konzept gebracht . Seine abschließenden Worte: „Ja, ähm, schade, dass die Sitzung, ähm, schon vorbei ist, ähm.“ Dafür ist das Thema wenigstens sehr interessant.

Axolotl Roadkill (Helene Hegemann) ist das schlechteste Buch, das ich jemals gelesen habe. Es ist tatsächlich so schlecht, dass ich es nicht einmal zu Ende gelesen habe. Inzwischen vermodert es in der Ecke und wartet darauf, in die Bücherrei zurückgebracht zu werden.
Ein 16-jähriges Mädchen, das sich selbst so extrem "intellektuell" findet und deshalb mit extrem "cooler" und "derber" Sprache schreibt. Beim Lesen bekomme ich Augenkrebs. Als Beispiel seien nur zwei Sätze zitiert: "Ich bin [...] momentan zu nichts anderem mehr in der Lage, als mich trotz kolossaler Erschöpfung in Zusammenhängen etablieren zu wollen, die nichts mit der Gesellschaft zu tun haben, in der ich zur Schule gehe und depressiv bin. [...] Ich bin eine motherfucking unmoralisch handelnde Fotze und soll auf mein Leben klarkommen, Alter."
Wieso wird dieses Buch von Kritikern so gelobt? Kein Wunder, dass alle älteren Menschen denken, die Jugend hätte einen an der Waffel. Wenn sie solche Bücher schreiben. Ich kenne sogar noch 16-jährige, die ganz normal reden können. Aber hey - ich wohne ja auch nicht in der "In-City" Berlin.

Manchmal frage ich mich, ob man wirklich zu doof zum Regale einräumen sein kann. Heute habe ich bestimmt eine viertel Stunde damit verbracht, abgelaufene Sachen auszusortieren und anschließend alles neu - nach MHD geordnet - wieder einzuräumen. Da fällt mir wirklich nichts mehr zu ein.

Blöder Tag. Ich geh wieder ins Bett und gucke zu, wie Rachel Ross' Hochzeit crasht und dieser daraufhin den falschen Namen vorm Altar sagt. Gott, ich habe einfach kein eigenes Leben. Achja - deswegen bin ich ja überhaupt erst bei Blogger gelandet.


Beatsteaks - House On Fire

Donnerstag, Februar 24, 2011

You Feel So Alive

Wenn mich Menschen in der Öffentlichkeit aggresiv machen, kratze ich mich immer (un)auffällig mit meinem Mittelfinger an meiner Backe und gucke grimmig. Heute konnte ich gar nicht so viel mittelfingern, wie ich gerne gewollt hätte.
Bei der Arbeit legt mir ein Mann mit dem Wort "Altpapier" doch tatsächlich sein voll gerotztes Taschentuch in einen (noch vollen!) Karton in meinem Wagen. Ehe ich mich beschweren konnte, war der Alte auch schon wieder verschwunden. Bei solchen Sachen kann ich mich wirklich nur noch am Kopf kratzen.
Außerdem werden uns von der Chefetage dermaßen unrealistische Verräumzeiten für eine Palette vorgegeben, dass diese nicht mal annähernd erreicht werden können. Ich würde wirklich gerne mal die Anzugträger sehen, wie sie in 75 Minuten quer durch den Laden rennen und Mischpaletten verräumen.

Dafür erscheint morgen das neue Album von Ghost Of Tom Joad. Das sind noch wahre Rock'n'Roller, die während ihrer Konzerte auf die Bühne rotzen! Skandalös. Aber die Musik ist wirklich großartig.



Ghost Of Tom Joad - Black Musik

Donnerstag, Dezember 02, 2010

The Near And The Dear One The Old And The Young


Ich freue mich schon auf Weihnachten. Wenn nachts schließlich alle im Bett sind, gucke ich mit meinem großen Bruder immer noch einen alten Disney Film auf VHS. Der größte Klassiker ist dabei natürlich Die Schöne und das Biest mit Gaston :D Hoffentlich schneit es dann noch. Ab Januar habe ich dann allerdings keine Lust mehr auf Schnee.
Und damit ihr nicht ohne Weihnachtsstimmung sterbt, teile ich sogar meine Weihnachtsplaylist mit euch, die ich schon seit Wochen hoch und runter höre. Juhuuu.
Letztes Jahr habe ich ständig mit einer Freundin So this is Christmas gesungen und jetzt ist die Tante in Kenia, buhu. Das Leben war eindeutig noch einfacher, als ich noch in die Schule gegangen bin. Jetzt mag niemand mehr mit mir singen :D Ach, das Leben ist hart..
Montag habe ich beim Arbeiten zum ersten Mal was hingeworfen. Und dann wars ausgerechnet so ein Raumduftaromafläschchendings. Mein Schuh wird noch in 20 Jahren nach diesem Zeug riechen. Na herzlichen Glückwunsch..

Post Scriptum: Wußtet ihr, dass der Film Anastasia kein Disney-Film ist? Mich macht das jedes Mal aufs Neue fertig, weil ich bis vor zwei Jahren noch fest davon überzeugt war. Klingt komisch, ist aber so.



John Lennon - So This Is Christmas (War Is Over)

Donnerstag, September 23, 2010

Weil du dem Leben trotzt, tanzt du den Discofox.

Wenn ich noch ein paar Monate Regale (insbesondere die der Tiernahrung) einräume, sehe ich bald aus wie Arnold Schwarzenegger in seinen besten Jahren. Warum ist so eine Palette Dosen und Trockenfutter eigentlich so scheiße schwer?

Neulich habe ich von dem "härtesten Film aller Zeiten" gelesen. Ich dachte mir 'Hey, das hatten wir doch schon ein paar Mal', war neugierig und habe nach der Inhaltsangabe des französischen Films Martyrs direkt den Wikipedia-Eintrag gelesen um zu erfahren, wieso ein misshandeltes Mädchen zu Anfang des Films schreiend durch die Gegend rennt und 15 Jahre später ein Haus betritt und dort alle Bewohner erschießt. Wie sich herausstellt (du willst den Film gucken? Überspring folgenden Satz) geht es um eine Sekte, die "Auserwählte" misshandelt und foltert, damit diese Nahtoderfahrungen haben und die dann vorm Sterben anderen Auserwählten mitteilen (dafür muss man natürlich unbedingt gehäutet werden)..
Da stellt sich mir persönlich manchmal die Frage: Warum guckt man sich sowas an? Befriedigt das irgendeine kranke Fantasie?
Ich muss zugeben,
dass ich mich auch jahrelang gefragt habe, was man von einem Egoshooter hat. Wo ist der Witz dabei, irgendwelche Menschen zu erschießen, während man auch noch einen Wallhack anhat?? Bis ich eines Tages auf meiner ersten (und bisher leider auch einzigen) Lan-Party meines Lebens CS gespielt habe und es aus irgendeinem Grund echt Spaß gemacht hat. Ich habe bei 30 Kills bestimmt dreimal den allerbesten Spieler (der auch noch hinter mir saß und deswegen quasi auf meinen Bildschirm hätte linsen können) getötet. Wie oft ich gestorben bin, lassen wir mal außen vor :D Außerdem gab es mit 13, 14 für meine Freundinnen und mich nichts Größeres als Filme ab 18 zu gucken und dabei X² zu trinken. Aus dieser Zeit resultiert ein ziemlich ausgeprägtes Wissen über diverse Horror-, Splatter-, und 80er Jahre Trash-Zombiefilme. Vermutlich fanden wir damals vorallem cool, dass wir überhaupt solche Filme gucken konnten.. Aber es gab im ganzen Gemetzel ja auch Highlights, wie z.B. bei Saw Teil 1 (kennt ja jeder), als man in der Halbnahen den Protagonisten sieht und hinter ihm plötzlich die totgeglaubte Leiche aufsteht - huuh, war das abgefahren.
Während ich damals ziemlich abgehärtet war, habe ich mich inzwischen zu einem ziemlichen Pienschen entwickelt. Bei Antichrist musste ich fast kotzen (ob das an Willem Dafoe liegt oder nicht, sei jetzt mal dahingestellt :D) und Zimmer 1408 habe ich nur mit totaler Deckenbeleuchtung (und zeitweise ohne Ton ;) geguckt. Eine Alterssache ist das Schauen von solchen Filmen aber auch nicht. In meinem Lieblingsnerdforum sind die meisten Leute die Martyrs gut finden, Kerle zwischen 20 und 30.
Bisher ist übrigens nur eine Verleihversion erschienen. Durch diverse Probleme mit der Spio und der FSK verzögert sich der Verkaufstermin bis dato inzwischen um zwei Jahre. Die Franzosen sind da härter. Dort darf der Film ungeschnitten sogar ab 16 gesehen werden :D Die haben halt einen Knall..
Vermutlich werde ich den Film auch irgendwann gucken. Schaun wa ma; denn letztlich hat man das von einem GoreSplatterweißderTeufel-Film, was man auch von einer Schnulze oder einer Komödie hat: Nichts.
Wobei es schon einen kleinen Unterschied macht, ob einem in einer Schnulze bildlich das Herz herausgerissen wird und in einem "härteren" Film dies eben nicht nur symbolisch passiert..



Olli Schulz & der Hund Marie - Und dann schlägt dein Herz

Donnerstag, September 16, 2010

Ich arbeite im Regen, wie im Sonnenschein.

Oh Mann.. Jetzt weiß ich wieder, warum ich nie wieder arbeiten wollte. Zwei Tage gearbeitet und schon habe ich kein Bock mehr. Die Tätigkeit an sich finde ich eher nicht so schlimm. Es ist nicht sonderlich schwer, durch den Laden zu pilgern, Kartons zu suchen, zu öffnen und anschließend einzuräumen. Die Kollegen sind auch alle nett.. Auch wenn der eine oder andere vielleicht eine kleine Meise hat. Es ist eher die Tatsache, dass ich bisher viermal die Woche arbeiten muss und mein Boss (haha, das Wort sage ich gerne) nicht sehr erfreut über die Tatsache war, dass ich ab Oktober Uni habe. Ich muss bisher nicht samstags arbeiten, aber dann wird es wohl so sein, dass ich einmal die Woche Samstags arbeiten muss. Vielleicht auch nicht. Das sehen wir dann, hat er gesagt. Na großartig. Jeden Tag in die Uni gehen und dann samstags noch ins Geschäft. Tolle Sache auch, wenn man quasi eine Wochenendbeziehung hat. Ich hätte vermutlich früher anfangen sollen.. Dann könnte ich schon wieder kündigen. Aber ich kann ja nicht nach vier Wochen schon wieder kündigen :D Oh Mann. Was bin ich froh, wenn mein erstes Gehalt kommt und ich mir von den Strapazen endlich ein neues Handy leisten kann. Beim Rest wird man sehen.
Oh, außerdem sollte man mir keine Cuttermesser geben. Ich habe unzählige Schnitte, die ich alle aber erst Zuhause bemerkt habe. Haha, die Teile sind echt gemeingefährlich :D
So. Genug abgeschissen. Ich muss ins Bett.
Ahja und als ich heute vom Schaffen kam, lief My Girl gerade im Fernsehn. Uh, das war neben Titanic mein allererster Lieblingsspielfilm. Ich habe riesige Krokodilstränen vergossen, als Thomas J wegen seiner doofen Bienenallergie gestorben ist. Ich dachte damals, bei Schauspieler und Rolle gäbe es keinen großen Unterschied und so war ich der Überzeugung, dass auch Macaulay Culkin tot sei. Daraufhin hat mein Vater mir erzählt, dass er Zuhause gerade fröhlich mit seinem Hamster spielt. Das hat mich aufgeheitert. Allerdings glaube ich inzwischen, dass Culkin keinen Hamster hatte. Nur die Eine oder Andere Tablette :D

Post Scriptum: Fotos haben ein neues Album. Das ist irgendwie komplett an mir vorbei gegangen - trotz umfangreicher Musikrecherche via Musikexpress u.ä. an diversen Bahnhofskiosken (Kiosks? Oh Gott, ich bin angehende Germanistikstudentin und habe keine Ahnung, was der Plural von Kiosk sein soll :D). Das muss ich wohl mal anhören und gucken, ob es kaufenswert ist..



Fotos - Mauer