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Mittwoch, Juni 04, 2014

The Lego Movie

Unikitty: Here in Cloud Cuckoo Land, there are no rules: There's no government, no baby sitters, no bedtimes, no frowny faces, no bushy mustaches, and no negativity of any kind. 
Lucy: You just said the word "no" like a thousand times. 
Unikitty: And there's also no consistency. 



© Fox

| The Lego Movie von Phil Lord [u.a.], 2014.
USA, AUS, Fox Studios, 100 min.

Emmet ist eine prinzipientreue kleine Legofigur, die jeden Tag auf dem Bau arbeitet. Er führt ein durchschnittliches Leben und wird von niemandem groß beachtet. Eines Tages trifft er auf Wyldstyle. Kurz nach ihrem Treffen fällt er in einen Graben und wird so mit dem Stein des Widerstands verbunden der dort verborgen lag. Laut der Prophezeihung ist Emmet nun der Einzige, der die Welt retten kann. Der böse Lord Business hat nämlich schon einen Plan geschmiedet um die Welt endgültig zu zerstören. Nun müssen Emmet, Wyldstyle und andere alte Bekannte alles geben, um diesen Plan zu verhindern.

Nach Gucken dieses Filmes stellt sich mir vor allem eine Frage: Warum wird / wurde um Himmels willen nicht viel mehr über diesen Film gesprochen? Er besticht durch eine hervorragende Story, gute 3D-Effekte, tolle weil unterschiedliche Charaktere, eine kleine aber feine Gesellschaftskritik und einen fantastischen Soundtrack (Andy Samberg lässt grüßen). 

Wer meint, er habe es mit einem Kinderfilm zu tun, hat sicherlich nur zu einem drittel recht. Als ich diesen Film im Kino genoss, saßen zwei etwa fünfjährige Kinder neben mir. Sie stopften sich unaufhaltsam mit Popcorn voll, hatten schon in der Werbung ihre 3D-Brillen auf und ließen ihre Beine baumeln - und lachten über komplett andere Sachen als die erwachsenen Anwesenden. Besonders gut lässt sich das an der Star Wars Szene verdeutlichen. Han Solo und Chewie fliegen in ihrem Raumschiff vorbei und reden einen kurzen Satz. Die Jungs neben mir feiern diese - wirklich - nicht lustige Szene ab und freuen sich, dass Star Wars im Lego Film vorkommt. Einfach, weil sie die Referenz erkennen und gerade vermutlich, wie viele Jungs in ihrem Alter, in ihrer Star Wars Phase stecken. Ganz andere Szenen, in denen meine Begleitung und ich auf dem Boden lagen vor lachen, quittierten die Jungs nicht mal mit einem kleinen Grinsen. Ich würde von mir selbst behaupten, dass ich einen recht einfach gestrickten Humor habe, und doch ist der Film nicht zu einfach gestrickt. Er macht einfach Spaß und ergibt zum Ende hin sogar verblüffend viel Sinn. Erwähnte ich bereits die Gesellschaftskritik? Nach den ersten zehn Minuten war ich zutiefst verwundert ob eben dieser. Viele Szenen sind für Kinder vermutlich nicht direkt nachvollziehbar. Wenn besagte Jungs in zwölf Jahren aus Nostalgie noch einmal den Lego Film angucken, werden sie sicher wahnsinnig verwundert sein über die vielen Seitenhiebe aufs erwachsen werden und die Uniformität in der Gesellschaft, die sie damals im Kino nicht verstanden haben und ihre Sitznachbarn in der Folge immer nur fragend ansahen, wenn die mal wieder laut auflachten.

Allem Konformismus zum Trotz möchten Legofiguren in ihrem kleinen Universum doch nur eines: Bausteine so zusammenstecken wie sie es möchten. Kreativität soll nicht unterbunden, sondern gefördert werden. Dafür lohnt es sich auch mal zu kämpfen.

Everything is awesome.

Montag, Januar 13, 2014

• Golden Globes 2014 •

Die beste Zeit des Jahres! Heute die Globes, demnächst die Oscars. An dieser Stelle also mal wieder mein Senf zu all diesen schönen Sachen. Die Nominierten gibt es hier. Ich hoffe auf Preise für Kevin Spacey, allgemein House of Cards (was ich just an diesem Tage beendet habe - WER HAT SICH DIESES BESCHEUERTE STAFFELFINALE AUSGEDACHT??!), Idris Elba in der Rolle des Luther, Aaron Paul und vor allem auch Andy Samberg. Hot Rod at his best. Ah, und Christian Bale.
Gut, dass ich ca. drei Liter Mate intus habe und nie wieder schlafen können werde.

| Golden Globes # 71 |

Endlich gehts looos. Ich würde auch gerne mal dort sitzen. Die House of Cards Menschen im Publikum ♥

Beste Nebendarstellerin Film: Jennifer Lawrence - American Hustle
So krass, wie sie momentan einfach alles gewinnt. Aber irgendwie ist sie halt auch cool.

Beste Nebendarstellerin Serie: Jacqueline Bisset – Dancing on the Edge
Kenne ich nicht. Muss man das kennen? Bisset finde ich aber merkwürdig und unsympathisch. HAHA, erst sagt sie zehn Minuten nichts und jetzt fängt sie an zu reden und wird mit Musik vertrieben. Prima. 

Uuund, das erste Mal Werbung.

Beste Mini-Serie oder Fernsehfilm: Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll (Behind the Candelabra)
Hätte mal American Horror Story gewinnen sollen.

Und jetzt aber: Helena 4 win!!

Beste Hauptdarstellerin – Mini-Serie oder Fernsehfilm: Elisabeth Moss – Top of the Lake
Trauär.

Schon wieder Werbung und ich hab Hunger. Gut, dass ich nichts mehr zu essen habe. Der Präsident sagt es selbst.. erstmal pinkeln gehen. Leeeooo! Meine erste große Liebe. 
Das gewinnt jetzt sowas von der Cranston. Aber ich will, dass Spacey gewinnt :(

Bester Serien-Hauptdarsteller – Drama: Bryan Cranston
Did war klar. Die Jury hat halt Angst vor Heisenberg.

Beste Serie – Drama: Breaking Bad
Überraschend ist das ja nicht. Aber ist eben auch eine verdammt gute Serie. Selten so mitgelitten wie in den letzten Folgen.

Beste Filmmusik: Alex Ebert – All Is Lost
Den finde ich jetzt allerdings irgendwie sympathisch. Ich mag seine Haare. Und den Bart.

Weil wegen der Coen-Brüder will ich ja, dass deren Song jetzt gewinnt. Einfach aus Prinzip. Hab den Film ja noch nicht gesehen. Wird aber wohl eher der Bono-Schitt.

Bester Filmsong: Ordinary Love aus Mandela – Der lange Weg zur Freiheit von Bono, Adam Clayton, The Edge, Larry Mullen Jr.
Sagschja. 

Bester Nebendarsteller – Serie, Mini-Serie oder Fernsehfilm: Josh Charles – Good Wife
Ach Mensch. Wieso nicht der Aaron? :(

Ahuuw, Robert Downey Jr. als Laudator. Der Hübsche. Hab grad 2 Scheiben Käse gegessen, jetzt ist mir schlecht.

Beste Hauptdarstellerin – Komödie/Musical: Amy Adams – American Hustle
Die mag ich gerne.

Tina Fey und die Amy machen nur Scheiß. Finde ich gut.

Beste Serien-Hauptdarstellerin – Drama: Robin Wright – House of Cards
Yay, immerhin ein Globe für House of Cards. Und ich hab grad ihren Nippel gesehen. Prima.

Christoph Waltz!!! Guter Mann. Wie schön deutsch er Daniel Brühl ausspricht :D

Bester Nebendarsteller: Jared Leto – Dallas Buyers Club
Och, da ist der Daniel bestimmt traurig.

Emma Thompson als Laudator auf der Bühne. Kommt direkt barfuß und mit Drink in der Hand. Ich mag sie. Traurigste Rolle in Tatsächlich...Liebe.

Bestes Drehbuch: Spike Jonze – Her
Ich frage mich ja immer, wieso sich nie jemand beschwert, wenn bei der Dankesrede die Musik angeht. Endlich hats jetzt mal wer gemacht!! :D

Ich wünsche mir Andy Samberg!! Sosososo sehr.

Bester Serien-Hauptdarsteller – Komödie: Andy Samberg – Brooklyn Nine-Nine
Jaaaaaa! Beste. Jeder Mensch sollte jetzt Hot Rod gucken. Und: beste Dankesrede!

Bester fremdsprachiger Film: La Grande Bellezza – Die große Schönheit (La grande bellezza), Italien – Regie: Paolo Sorrentino
Kennschnisch. Freue mich immer noch über Andy.

Gewinnt jetzt Luther, wäre das die Krönung.

Bester Hauptdarsteller – Mini-Serie oder Fernsehfilm: Michael Douglas – Liberace – Zu viel des Guten ist wundervoll
Ach schade! Wäre wohl zu viel der Großartigkeiten gewesen.

Bester Animationsfilm: Frozen
Alla hopp. Aus Sympathie zu Oliver Rohrbeck hätte ich mir ja Ich einfach unverbesserlich gewünscht - hätte er nichts von, aber wurscht.

Beste Serien-Hauptdarstellerin – Komödie: Amy Poehler – Parks and Recreation
Hab ich neulich mal geguckt und war überrascht, wie wenig scheiße das tatsächlich ist.

Ist jetzt ernsthaft schon wieder Werbung?! Immerhin kommt nicht mehr diese grauenhafte Meet One Werbung wie vor ein paar Jahren. DAS war Tod.
Emma Stone! Die schönste Frau der Welt. ♥ Und aaaw: Kompliment des Tages von @DieAcademy!
Jetzt kriegt der gute Woody einen Preis. Schade, dass er nie da ist.

Beste Regie: Alfonso Cuarón – Gravity
Keine Überraschung, wa? Aber hauptsache Ben Affleck ist betrunken. So wie alle.

Beste Serie – Komödie: Brooklyn Nine-Nine
Ach, ich freue mich.

Bester Hauptdarsteller – Komödie/Musical: Leonardo DiCaprio – The Wolf of Wall Street
Achja.. meine erste Liebe. Ich wusste schon damals mit 6 Jahren was gut ist.

Bester Film – Komödie/Musical: American Hustle – Regie: David O. Russell
Langsam werde ich müde. Und ich hab Durst. Und bin zu faul eine neue Flasche Wasser aufzumachen. Das Leben ist hart.

Beste Hauptdarstellerin – Drama: Cate Blanchett – Blue Jasmine
Galadriel! Gute Frau.

Bester Hauptdarsteller – Drama: Matthew McConaughey – Dallas Buyers Club
Oh, damit habe ich nicht gerechnet!

Auch ein gelangweilter Johnny Depp ist ein guter Johnny Depp. 

Bester Film – Drama: 12 Years a Slave – Regie: Steve McQueen
Alla hopp, dann haben wir das ja auch wieder geschafft. Also dann der gleiche Spaß nochmal zu den Oscars. Da wird 12 Years a Slave sicher mehr gewinnen. So als tragischer Historikfilm..

So, ich lese mir den ganzen Scheiß jetzt nicht nochmal durch. Muss so genügen. Erstmal schlafen.

Montag, Juni 03, 2013

Film, Film, Film.

Der Weltraumaffe hat mich beworfen. Und nun da ich endlich mit den Weisheiten des Jean-Jacques Rousseau abgeschlossen habe und morgen im Rahmen eines Seminars den zweiten Teil seines Machtwerks "Emile" präsentieren werde und ich dafür noch ein Schauspiel bzw. Gespräch zwischen Rousseau und Kristina Schröder schreiben möchte, muss ich mich zwischendurch mal ablenken. Bestes Mittel also: Diese Fragen die sich um unser aller Lieblingsthema - Film, drehen.

·  Was ist dein Lieblingsfilm?
Ich finde die Frage tatsächlich immer noch nicht sonderlich einfach und stammel mir meist einen ab, wenn ich nach meinem Lieblingsfilm gefragt werden. So variiert die Antwort dann auch immer wieder von Mal zu Mal, da ich mich einfach nicht festlegen möchte. Jetzt gerade ist es wohl The Big Lebowski. Weil der Dude und so.

·  Wieso ist das dein Lieblingsfilm?
Wie schon oben im Abschlusssatz erwähnt: Der Dude aka. El Duderino, Duda oder auch Eure Dudeheit. Jeff Bridges in einer seiner besten Rollen. Immer gegenwärtig der White Russian und doch wird keiner ausgetrunken. Steve Buscemi als Donnie, dessen Fachgebiet laut Walter einfach gar nichts ist und letztlich die große Hauptrolle: Bowling. Ein überragender Film der überragenden Coen-Brüder.

·  Was war(en) deine Lieblingsfilm(e) als Kind?
Mein erster richtiger Lieblingsspielfilm war Titanic und meine erste große Liebe Leonardo DiCaprio. Zum ersten Mal auf VHS gesehen, die mein großer Bruder bei seinem besten Freund auslieh. Das war der Anfang einer großen und ewigen Liebe.
Ansonsten Klassiker wie My Girl, Ronja Räubertochter, Michel und natürlich sämtliche Disney Filme. Angefangen bei König der Löwen, bis hin zu Aristocats, Pocahontas und Anastasia (jaja, kein Disney).

·  Wer ist dein(e) Lieblingsregisseur(in)?
Alfred Hitchcock.

·  Wieso ist das dein(e) Lieblingsregisseur(in)?
So ein großartiger Mann, der so viele großartige Filme gemacht hat. Hitchcock machte Dinge, die vor ihm keiner tat, einfach weil man sich nicht getraut hätte. Leider musste auch er sich teilweise den Studios unterordnen (Bsp. Verdacht bzw. die Rolle des Protagonisten Cary Grant) und doch hat er DAS Stilmittel überhaupt erfunden: Suspense.
Ein kleiner Tipp am Rande: Wer bisher noch nicht das stundenlange Interview von Francois Truffaut und Alfred Hitchcock, veröffentlicht unter dem Namen „Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?“, gelesen hat, dem rate ich, das dringenst nachzuholen. Ich habe selten so viel über Film gelernt, wie in diesem Buch.

·  Hattest du schon vorher eine(n) Lieblingsregisseur(in)?
Mit 12 oder 13 war ich riesiger Fan von Quentin Tarantino.

·  Warum ist das nicht mehr dein(e) Lieblingsregisseur(in)?
Ich mag Tarantino Filme noch immer oft grundsätzlich trotzdem, auch wenn er mittlerweile nicht mehr mein „Regiegott“ ist. Filme wie Reservoir Dogs und Pulp Fiction sind auch bleiben einfach großartig. Leider wiederholt er sich immer so wahnsinnig oft und klaut von jedem Film der je gemacht wurde („I steal from every single movie ever made.“). Macht irgendwie Sinn, hat ihn aber von meinem imaginären Thron gestoßen. Da sitzen nun eben Menschen wie Hitchie und die Coen-Brüder.

·  Wer ist dein(e) Lieblingsschauspieler(in)?
Das schwangt auch immer so zwischen 5-6 Menschen. Filme mit Jeff Bridges, Steve Buscemi, Cary Grant, Christian Bale und Ryan Gosling gucke ich mir einfach immer grundsätzlich an, weil ich die Schauspieler so klasse finde. Vor allem Steve Buscemi. So ein guter Typ.

·  Wer oder was ist deine liebste Filmfigur?
Boah, schwere Frage. Das kann ich gar nicht so pauschal sagen.. Hätte man mir die Frage mit 11 gestellt, hätte ich auf jeden Fall Rhett Butler gesagt. So einen Mann hätte doch jeder gerne :D
Jetzt gerade vielleicht Samweis Gamdschie. Einfach weil ohne ihn noch immer ganz Mittelerde unter der Herrschaft von Sauron stände. Sam 4 life.

·  Auf welche(n) kommende(n) Filme freust du dich am meisten?
Seit ich sämtliche meiner Filmzeitschrift-Abonnements gekündigt habe und mein Lieblingsforum geschlossen wurde (rip dvdb), habe ich gar nicht mehr so viel Überblick über Neuerscheinungen. Ich freue mich auf jeden Fall auf den neuen Superman Film. Ich als Fan der alten Klassiker mit Christopher Reeve bin gespannt, was da so passiert.

·  Wenn du das Geld und/oder die Möglichkeiten hättest, über was oder wen würdest du einen Film drehen oder was möchtest du generell mal verfilmt sehen?
Mein damaliger bester Filmkumpel und ich hatten während unserer Abizeit die überragende Idee, einen Film Noir zu drehen. Die erste Szene hatten wir auch schon genau in unseren Köpfen: Ein mittelalter Herr mit Trenchcoat und Hut sitzt in einer Bar am Tresen und trinkt einen Whiskey. – Klingt erstmal nicht besonders, aber wir hatten viele tolle Ideen. Für den Fall, dass wir die Ideen doch noch eines Tages umsetzen werden, werde ich an dieser Stelle abbrechen. Nicht, dass sonst noch jemand unseren Film klaut (Tarantinos Ohren sind überall).


Ich habe absolut den Überblick verloren, wer das gute Stück noch nicht hatte. Möge es sich jeder schnappen, der Spaß daran hat!


Post Scriptum: Noch immer haben wir die Möglichkeit, ein Leben zu retten. Wer es noch nicht getan hat, unterschreibe bitte die Petition für Billy Van Poyck. Ein Mann, der noch immer in der Todeszelle sitzt für einen Mord den er nicht begangen hat.

Dienstag, Mai 21, 2013

(500) Days of Summer

Summer: There's no such thing as love, it's fantasy.

© Fox
 
| (500) Days of Summer von Marc Webb, 2009.
USA, Fox Searchlight Pictures, 95 Minuten.

Tom (Joseph Gordon-Levitt) arbeitet als Grußkartendesigner. Eines Tages trifft er auf die neue Assistentin seines Chefs. Summer (Zooey Deschanel). Tom, von der Liebe überzeugt und schon immer auf der Suche nach der Einen, erkennt in Summer eben diese. Seine eine spezielle Frau. Summer hingegen glaubt nicht an die wahre Liebe und möchte mit Männern nur befreundet sein. 
So entwickelt sich eine ungleiche Beziehung, in der nicht jeder immer das bekommt was er braucht.

Es gibt sie tatsächlich. Diese Filme, die in verschiedenen Lebenssituationen einen jeweils unterschiedlichen Eindruck hinterlassen. Bei keinem Film ist mir dies bisher so bewusst geworden, wie bei (500) Days of Summer
Beim ersten Mal schauen war ich genervt von Summer und ihrer grauenhaften Einstellung. Dass Beziehungen nicht funktionieren; dass es besser ist, "Freunde" zu sein; man das was man zu zweit hat nicht mit "Labels" versehen sollte. Für mich war Summer eine Bitch, die sich dem armen kleinen Bengel aus 1000 Dinge die ich an dir hasse gegenüber grauenhaft verhält und dieser sie keineswegs verdient.

Lange stand der Film daraufhin im Schrank. Jahre später schließlich doch noch einmal ausgepackt und siehe da: Ein nerviger kleiner Bengel, der einer Frau hinterher jagt, die offen sagt, dass sie keine Beziehung will. Aber sich dann am Ende beschweren, dass es nicht funktioniert hat. Aha. Achso. Plötzlich macht Summers Verhalten Sinn. Sie ist wohl doch keine Bitch, sondern hat ganz einfach das Geheimnis des Lebens entschlüsselt. Dass keine Beziehung für immer hält; dass es wohl tatsächlich besser ist, einfach nur "Freunde" zu sein. Und Tom ist der Idiot, der es dennoch versucht. Selbst Schuld.

Plötzlich ist sämtliche märchenhafte Vorstellung von Liebe und Beziehung dahin. Was bleibt ist ein depressiver Film mit großartigem Soundtrack. Man wird wohl doch älter.

Montag, Februar 25, 2013

• Oscars 2013 •

Nach (gefühlten) Monaten der Stille, kann ich mich doch nicht zurückhalten, wie quasi jedes Jahr meinen Senf zu der größten Hollywood-Parade, den Oscars, dazuzugeben. Vermutlich wird, wie quasi jedes Jahr, nur meine Mutter den kompletten Eintrag lesen, aber besser als gar keiner, haha.
Das jährliche vorherige Rumärgern mit Steven gehört ja doch irgendwie dazu, da will ich mich schon gar nicht mehr beschweren.
Die Nominierten gibts hier
Ich hoffe auf Preise für Christoph Waltz (natürlich..), Les Miserables, Hugh Jackman, Joaquin Phoenix, The Hobbit und Anna Karenina (die letzten beiden einfach aus Prinzip).
Und es geht looooos.

| Annual Academy Awards # 85 |

Der gute Seth MacFarlane. Ich wette, die Damen und Herren im Publikum haben schon Angst. Die Gags sitzen schon mal..
Gesangseinlage "We saw your Boobs" - den betroffenen Damen ist es offensichtlich eher peinlich, ich lache mich tot.
Wie Christoph Waltz da sitzt und lächelt. Sooo sympathisch!
 
Best Supporting Actor: Christoph Waltz - Django Unchained
Yeeees! Ick freu mir! Und er sich offensichtlich auch. Trotzdem hätten sie Leo als Nebendarsteller nominieren sollen. Und Christoph als Hauptdarsteller. Komische Leute in der Academy.

Sookie! Sie ist entzückend. Auch mit ihrem Mob auf dem Kopf.

Best Animated Short Film: Paperman – John Kahrs
Kennsch net. 

Best Animated Feature: Merida – Mark Andrews and Brenda Chapman
Alla hopp. Bisherige Tipprichtigkeit: 1/3. Haha. Schleeeecht.

"So you got nominated for an Oscar. Something a 9 year old can do." - Seth ist so gut! :D
Ui, die Avengers-Boys. Robert Downey Jr. ist der Beste.

Best Cinematography: Life of Pi – Claudio Miranda
Sehr, sehr sympathisch.

Best Visual Effects: Life of Pi – Bill Westenhofer, Guillaume Rocheron, Erik-Jan de Boer and Donald R. Elliott
Wie die Musik immer lauter wird, um den Mann da von der Bühne zu scheuchen.. Ich lach mich tot :D Und er redet als weiter. Und die Runterscheuchmusik ist vom Weißen Hai. Haha, großes Kino. 

Jennifer Aniston präsentiert ♥♥ Ich möchte sie heiraten.

Best Costume Design: Anna Karenina – Jacqueline Durran 
War irgendwie klar.


Ich setzte auf Hitchcock, glaube aber nicht, dass er gewinnt. Aber man schaue sich mal Anthony Hopkins in der Rolle an! Hervorragendes Make-Up.

Ich bin sooo auf den Film gespannt. So ein guter Mann. Und der Trailer verspricht viel.

Best Makeup and Hairstyling: Les Misérables – Lisa Westcott and Julie Dartnell
Ich sollte beim Tippen nicht immer nach meinen Vorlieben gehen. So wird das ja nie was. Selten so schlecht getippt.
  
Irgendein James Bond Käse. Juckt mich nicht so. Nach fünf Stunden auch endlich vorbei.
Django on Stage.

Best Live Action Short Film: Curfew – Shawn Christensen
Der Mann erscheint sympathisch. Kenn ich aber sowieso nicht.

Best Documentary – Short Subject: Inocente – Sean Fine and Andrea Nix Fine
Ich werde auch immer schlechter im Raten.

Ein hervorragend gut gelaunter Liam Neeson präsentiert Trailer. Zero Dark Thirty: Schleeeeeecht. Wenn der was gewinnt, kann ich für nichts garantieren.

Best Documentary – Feature: Searching for Sugar Man – Malik Bendjelloul and Simon Chinn 

"... plus: the cast of Prometheus will explain what was going on there." Ahahahaha. True stroy. So ein Kackfilm. Seth. Ich bin Fan.

Best Foreign Language Film: Amour (Austria)
Mit Haneke kann ich mich ja irgendwie nicht anfreunden. Aber ich wusste, dass er gewinnt. Gut für meine Tippquote.

Vincent Vega on stage. Er ehrt Musicals und ich freue mich. Musicals sind gut. Chicago muss ich auch unbedingt mal wieder schauen. Anne Hathaway (für mich auf ewig Plötzlich Prinzessin) und Hugh Jackmann singen zusammen ein Liedchen. Sehr, sehr schön. Muss unbedingt den Film sehen. Ooh, Helena Bonham Carter ist plötzlich auch dabei. Soo gut! 
Und der Trailer zu Hitchcock.. Mann, ich freue mich so auf den Film!

Best Sound Mixing: Les Misérables – Andy Nelson, Mark Paterson, and Simon Hayes
Yes, mein Tipp. 

Best Sound Editing: (1) Zero Dark Thirty – Paul N. J. Ottosson
Och nöööö. Schlechtester Film aller Zeiten. Erster Sneak-Film, bei dem ich fast den Saal verlassen hätte. 
(2) Skyfall – Per Hallberg and Karen Baker Landers
It's a tie. Ja, krass. Zuletzt geschehen 1994!

Ui, Christopher Plummer! Ältester Oscar-Man. Cooler Kerl. Und selbstironisch.

Best Supporting Actress: Anne Hathaway – Les Misérables as Fantine
Prinzessin von Genovien! War aber auch irgendwie klar bei der Konkurrenz..

Hahaha, der Pate als Hintergrundmusik. Überragend.
Jetzt kommt Sandra Bullock auf die Bühne. Sie sollte was auf deutsch sagen. Für Steven.

Best Film Editing: Argo – William Goldenberg
Himmel sei Dank, kein Preis für Zero Dark Thirty!

Adele auf der Bühne, um Skyfall zu trällern. Schon der erste Ton ist einfach so krass. Und shame on me, dass ich das in so einem Post tatsächlich sagen muss, aber ich mag ihr Kleid.
Lincoln hat bisher tatsächlich gar nichts gewonnen. DAS überrascht mich allerdings wirklich. So viel Patriotismus und Geschichte in einem Film. Das gefällt der Academy sonst doch immer.
Oh nein, Kirsten Steward. Wie kann man nur soo wenig Gefühlsregung haben?!

Best Production Design: Lincoln – Rick Carter and Jim Erickson
Whaaaaaat? Damit hätte ich ja niemals gerechnet. Aber cool. Bisschen Überraschung muss ja sein.

Oh weh, die Verstorbenen. Und Barbara Streisand singt uns ein Lied. Ich mag ihre Nase.

Best Original Score: Life of Pi – Mychael Danna
Ich hätte ihn ja Anna Karenina gegeben.
 
Best Original Song: "Skyfall" from Skyfall – Adele Adkins and Paul Epworth
Okeee, das war vorher zu sehen. Und Adele redet so schön.

Eminem Song im Argo Trailer. I like. Das waren noch Zeiten..

Best Writing – Adapted Screenplay: Argo – Chris Terrio from The Master of Disguise (Antonio J. Mendez)

Best Writing – Original Screenplay: Django Unchained – Quentin Tarantino
Yaaaaay!! :) Ich freue mich sehr. Und ich mag ihn so gerne.

Uh, jetzt bin ich gespannt!
 
Best Director: Ang Lee – Life of Pi
Ha, I knew it. Und mittlerweile stehe ich mit meinen Tipps gar nicht mal mehr so schlecht da.

Best Actress: Jennifer Lawrence – Silver Linings Playbook
Uuuund wieder richtig getippt. Auch wenn ich Riva gefeiert hätte. Und Das Haus am Ende der Straße war leider so unterirdisch schlecht..

Best Actor: Daniel Day-Lewis – Lincoln
Keine Überraschung natürlich.
 
Best Picture: Argo
Eijoo, ok. Haha, und im Hintergrund springt Heisenberg rum. Gleich kocht er Meth und / oder erschießt alle.

Wow, das war mal eine Show nach meinem Geschmack. Sehr gelungen und nicht mehr so trocken wie die letzten Jahre. Alt und bewährt ist eben nicht immer gut und Seth hat einen wirklich guten Job gemacht.
Danke und Gruß an all die netten Menschen in meiner Twitter-Timeline und im Chat von Die Academy, die mir mit ihren Kommentaren die Sendung versüßt haben.

Prost Leute. Ich gehe jetzt schlafen.

Dienstag, Oktober 16, 2012

On the Road

Sal: The only people that interest me are the mad ones.

© Concorde

| On the Road von Walter Salles, 2012.
FR/UK/BRZ/USA, MK2, 137 min.

Nach dem Tod seines Vaters trifft Sal Paradise (Sam Riley) auf Dean Moriarty (Garrett Hedlund). Dean ist ein kleiner Rumtreiber, der ständig unterwegs ist und durch die USA reist. Beeindruckt von dieser Freiheit schließt Sal sich Dean an. Mit dabei sind auch Marylou (Kristen Stewart) - Deans Ehefrau - und Sals Notizbuch, in dem der junge Schriftsteller seine Erlebnisse der Reise niederschreibt.


Walter Salles Verfilmung des Klassikers On the Road von Jack Kerouac ist nicht im mindesten so verrucht, wie der Regisseur es vermutlich gerne gehabt hätte.  
Kennzeichnend für die Buchvorlage ist das schnelle episodengleiche Erzählen einer Geschichte, die in den Grundzügen nur aus Sex, Drogen und Reisen besteht. On the Road steht stellvertretend für die gesamte Beat Generation. Die "Generation", bestehend aus den wichtigsten Autoren Kerouac, Ginsberg und Burroughs. Eben diese Autoren, die Kerouac in On the Road als Inspirationen dienten. Sie waren die Boheme der 1950er Jahre, die den "harten" Bebop hörten, Bücher und Gedichte schrieben, Drogen nahmen und auf der Suche nach der Bedeutung des Lebens waren.
Während die Vorlage dreckig ist, ist der Film ein stumpfer Roadmovie in Hochglanzoptik.
Das Buch handelt vom Freisein, der Suche nach dem Sinn, dem ewigen Hinterherlaufen verpasster Gelegenheiten und heroisierten Freunden.
Der Film versucht alles, um diesem Vorbild gerecht zu werden. Ausschweifenden Autofahrten und Tanzszenen folgt der Sex mit wechselnden Partnern. Leider ist On the Road allerdings nur eine Aneinanderreihung hübscher Bilder, ohne jemals die Rastlosigkeit Sals und seine Heroisierung Deans fassen zu können.

Natürlich muss Hollywoodgerecht auch eine Dreiecksliebesbeziehung eingebaut werden. Natürlich muss diese um Deans Ehefrau Marylou gestrickt werden. Schon bei der ersten Begegnung von Sal und Marylou wird dieses Dreieck angedeutet. Es kommt zu tiefen Blicken und - "zufälligen" - Berührungen der beiden. 
Dabei immer im Fokus: Kristen Stewart. Die Frau, die so viel Ausdruck hat wie eine Wassermelone. Während die Rolle der Marylou in der Buchvorlage nicht annähernd so viel Raum einnimmt, sehen wir im Film immer öfter in das Schlafzimmergesicht der Kristen Stewart. So kommt es auch, dass ihr Gesicht auf dem Filmplakat abgebildet wird, das von Viggo Mortensen hingegen nicht. Und das obwohl seine Rolle des Old Bull Lee (an William S. Burroughs angelehnt) um einiges wichtiger ist. Zumindest in der Version des Autors.
Die vielen gestrichenen Figuren und Szenen seien dem Film an dieser Stelle nicht einmal angekreidet. Schon die 137 Minuten des Films scheinen viel zu lang zu sein. Das Sprunghafte des Buchs funktioniert leider nicht ansatzweise in Filmversion. 
Erfreulich ist hingegen die Wahl von Tom Sturridge als Carlo Marx (an Ginsberg angelehnt), seines Zeichens Dichter und Wegbegleiter Sals (Kerouac). So sieht Sturridge seinem Vorbild Allen Ginsberg tatsächlich etwas ähnlich. Ebenfalls erfreulich ist der kurze Auftritt von Steve Buscemi, der einfach auf ewig einer meiner Lieblingsschauspieler sein wird.
Die Synchro ist jedoch nicht ganz so erfreulich. Viel zu oft passt der deutsche Text nicht auf die Lippenbewegungen und Sam Riley erhielt die Stimme von Kai Scholl aus GZSZ. Nach Möglichkeit sollte der Film wohl im O-Ton geguckt werden. Es ist sicherlich Geschmackssache, aber dauerhaft Tim Sander vor sich zu sehen und seine gewollt angestrengt kratzige Stimme zu hören, während Sal über sein Leben "on the road" spricht, ist irgendwie nervenaufreibend.

Freitag, Oktober 05, 2012

God Bless America

Frank: I didn't kill her because I couldn't have her. I killed her because she wasn't nice. 

© Magnolia Pictures 

| God Bless America von  Bobcat Goldthwait, 2011.
USA,  Darko Entertainment, 105 min.

Frank (Joel Murray) ist geschieden, hat seinen Job verloren und vor kurzem die Nachricht über einen Gehirntumor in seinem Kopf erhalten. Er weiß, dass er nichts mehr zu verlieren hat und möchte seinem Leben ein Ende setzen. Während der Lauf seiner Knarre bereits in seinem Mund steckt, läuft nebenbei eine Reality-Sendung in der sich ein verwöhntes, dummes Mädchen aufregt, weil es nicht das richtige Auto zum Geburtstag bekommen hat. Kurzerhand entschließt er sich, das Mädchen umzubringen. Beobachtet wird er bei seinem Mord von der 16-jährigen Roxy (Tara Lynne Barr). Diese ist begeistert und schließt sich Frank an. Gemeinsam starten sie einen Mordfeldzug an allen Menschen, die ihrer Meinung nach den Untergang der Vereinigten Staaten herauf beschworen haben.

Dieser Film ist mit Abstand das schwarzeste was ich je gesehen habe. Gnadenlos ziehen die Protagonisten in die Weiten der USA hinaus, um Menschen zu töten, die im Kino das Handy anlassen und Popcorn schmeißen oder mit Hass-Sprüchen auf Plakaten gegen Juden hetzen. Kurzerhand wird jeder ermodert der in Franks und Roxys Augen als unhöflich und nervig gilt.
In Diskussionen in Hotelzimmern wird dabei erörtert, auf wen diese Adjektive zutreffen und wer als nächstes unbedingt getötet werden muss. Die Kardashians oder doch lieber die Drehbuchautorin von Juno?
Natürlich bleiben die Mordserien von den Medien nicht unbemerkt. Selbstverständlich erkennen die Reporter die wahren Beweggründe der Mörder nicht. So wird die Bluttat im Kino kurzerhand mit dem dort gezeigten Film und dessen aggressiven Inhalt in Verbindung gebracht. Leider ein absoluter Spiegel der Realität, in der bei Massakern zunächst immer und grundsätzlich "Killerspiele" oder aggressive Musik und Filme als Erklärung herhalten müssen und nicht etwa die Tatsache angeprangert wird, dass es viel zu einfach ist, an Waffen ranzukommen.
Dass zwei Menschen losziehen, um Gott zu spielen und meinen, dabei über Leben und Tod entscheiden zu dürfen, ist ohne Frage eine merkwürdige und eher fragwürdige Art, mit nervigen Menschen umzugehen. 
Sieht man God Bless America allerdings als das was es ist - nämlich eine absolut überspitzte und schwarze Satire auf eine Gesellschaft, in der talentfreien Menschen eine Bühne (z.B. in Castingshows) geboten wird, damit das Publikum sich daran aufgeilen kann, dass ihr Leben doch nicht ganz so scheiße ist, dann kann der Film tatsächlich unglaublich viel Spaß machen.
Frank erklärt die Welt. Allein für seine Monologe lohnt es sich, diesem Film eine Chance zu geben.
Leider wird das Ende dem Film nicht gerecht. Wobei man sich tatsächlich fragen muss, WIE ein Film mit einem solchen Inhalt überhaupt enden soll.

Bleibt noch eine Frage. Wo bekomme ich jetzt so eine Strickjacke mit Pferdestickereien her?

Montag, Juli 09, 2012

Crazy, Stupid, Love.

I'm wildly unhappy, and I'm trying to buy it, and it's not working. 

| Crazy, Stupid, Love.  von Glenn Ficarra, 2011.
USA, Carousel Productions, 118 min.

Als seine Frau Cal Weaver (Steve Carell) erklärt, sie wolle die Scheidung nach fast 25 Jahren Ehe, begibt er sich in eine Bar um seinen Kummer in Alkohol zu ertränken. Schon bald wird der junge Aufreißer Jacob (Ryan Gosling) auf Cal aufmerksam und möchte ihm helfen. Cal soll endlich lernen, sich gut zu kleiden und Frauen anzusprechen. Doch das neue Leben als Aufreißer macht Cal nicht glücklich und immer wieder muss er an seine eine Liebe, seine Frau Emily (Julianne Moore), denken.
Und er ist nicht der Einzige, der an den Folgen und Qualen der Liebe zu kauen hat. Da wären nämlich auch noch sein 13-jähriger Sohn, die Babysitterin und eine Jurastudentin (Emma Stone).

Neben dem "Hauptakt" - also dem verlassenen, einsamen Cal auf der Suche nach Liebe, gibt es noch viele kleine Nebenakte, die sich wunderbar in den Film eingliedern - absoluter Höhepunkt dabei natürlich der Auftritt von Emma Stone. Es tauchen zwar unheimlich viele Figuren auf, der Film wirkt aber dennoch zu keiner Zeit überladen. Ganz im Gegenteil freut man sich viel mehr, wenn wieder eine Verbindung geknüpft und aufgelöst wird. Wenn dann am Ende des Films alle Figuren aufeinander treffen, ist der Ärger natürlich vorprogrammiert.
Natürlich steht -wie so oft- die Frage im Raum, inwieweit die Wandlungen der Charaktere oder die Entwicklung der Handlung realistisch oder glaubwürdig ist. Klammert man diese Fragen jedoch aus, bekommt man 118 Minuten gute Unterhaltung und dazu noch einige treffende, witzige, zitierfähige Weisheiten.
Irgendjemand schrieb mal, es gäbe Filme für Männer und Filme für Frauen. Und dann gäbe es auch noch diesen. Einen Unisexfilm, der alle Geschlechter gleichermaßen erfreuen könne. Dem kann ich mich absolut anschließen. 
Und: Ryan Gosling.

Samstag, Juni 02, 2012

Midnight In Paris

Gil: You can fool me, but you cannot fool Ernest Hemingway! 



| Midnight In Paris von Woody Allen, 2011.
Gravier Productions, USA, 94 min.

Der erfolgreiche Drehbuch Autor Gil Pender (Owen Wilson) begeistert sich sehr für die 20er Jahre. Er ist gemeinsam mit seiner Verlobten Inez (Rachel McAdams) und deren Eltern in Paris. Gil arbeitet währenddessen an seinem ersten Roman, um zu zeigen dass er auch hochwertige Literatur verfassen kann. Eines Tages trifft das Paar auf ehemalige Freunde von Inez. Gil ist von dem besserwisserischem Paul nicht sonderlich angetan. Eines Nachts entschließt sich Gil deswegen, einen anderen Weg zum Hotel einzuschlagen als der Rest der Gruppe. So spaziert er durch Paris und verirrt sich schließlich. Als er sich um Mitternacht auf einer Treppe niederlässt, taucht alsbald ein altmodisches Auto auf. Ein Mensch steigt aus und ruft Gil zu sich. Er steigt schließlich ins Auto und wird daraufhin zurück in die 1920er Jahre versetzt.

Irgendjemand schrieb mal, Woody Allen hätte sich in den letzten Jahren zu einem perfekten Europa-Reisebericht-Tourismus-Regisseur entwickelt. Tatsächlich beginnt der Film bereits mit einer langen Aneinanderreihung von wunderschönen Aufnahmen der Stadt Paris. Gemischt mit der typischen Musik, entwickelt vermutlich jeder das Bedürfnis, sofort diese Stadt besuchen zu müssen.
Wer sich einigermaßen in der Autoren- bzw. Künstlerszene der "Lost Generation" der 20er Jahre auskennt, wird seine helle Freude an dem Film haben. Scott und Zelda Fitzgerald, Hemingway, Getrude Stein und Picasso sind dabei nur einige Namen, die Gil während seiner Reise zurück in der Zeit trifft. Es macht Spaß, zuzusehen, wie einzelne Werke der Autoren in die Handlung eingebaut werden.
Besonders überraschend war auch, dass Owen Wilson tatsächlich in der Lage ist, "ernste" Rollen wirklich gut zu spielen. Wenn ich an Wilson denke, fallen mir vorallem Filme wie Die Hochzeits-Crasher oder die Fockers-Reihe ein.
So. Und ich möchte jetzt bitte sofort nach Paris. Und sollte ich es eines Tages schaffen, werde ich auf jeden Fall um Mitternacht auf der Steintreppe sitzen. Wehe, da kommt kein Hemingway und holt mich ab ;)