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Mittwoch, Juni 04, 2014

The Lego Movie

Unikitty: Here in Cloud Cuckoo Land, there are no rules: There's no government, no baby sitters, no bedtimes, no frowny faces, no bushy mustaches, and no negativity of any kind. 
Lucy: You just said the word "no" like a thousand times. 
Unikitty: And there's also no consistency. 



© Fox

| The Lego Movie von Phil Lord [u.a.], 2014.
USA, AUS, Fox Studios, 100 min.

Emmet ist eine prinzipientreue kleine Legofigur, die jeden Tag auf dem Bau arbeitet. Er führt ein durchschnittliches Leben und wird von niemandem groß beachtet. Eines Tages trifft er auf Wyldstyle. Kurz nach ihrem Treffen fällt er in einen Graben und wird so mit dem Stein des Widerstands verbunden der dort verborgen lag. Laut der Prophezeihung ist Emmet nun der Einzige, der die Welt retten kann. Der böse Lord Business hat nämlich schon einen Plan geschmiedet um die Welt endgültig zu zerstören. Nun müssen Emmet, Wyldstyle und andere alte Bekannte alles geben, um diesen Plan zu verhindern.

Nach Gucken dieses Filmes stellt sich mir vor allem eine Frage: Warum wird / wurde um Himmels willen nicht viel mehr über diesen Film gesprochen? Er besticht durch eine hervorragende Story, gute 3D-Effekte, tolle weil unterschiedliche Charaktere, eine kleine aber feine Gesellschaftskritik und einen fantastischen Soundtrack (Andy Samberg lässt grüßen). 

Wer meint, er habe es mit einem Kinderfilm zu tun, hat sicherlich nur zu einem drittel recht. Als ich diesen Film im Kino genoss, saßen zwei etwa fünfjährige Kinder neben mir. Sie stopften sich unaufhaltsam mit Popcorn voll, hatten schon in der Werbung ihre 3D-Brillen auf und ließen ihre Beine baumeln - und lachten über komplett andere Sachen als die erwachsenen Anwesenden. Besonders gut lässt sich das an der Star Wars Szene verdeutlichen. Han Solo und Chewie fliegen in ihrem Raumschiff vorbei und reden einen kurzen Satz. Die Jungs neben mir feiern diese - wirklich - nicht lustige Szene ab und freuen sich, dass Star Wars im Lego Film vorkommt. Einfach, weil sie die Referenz erkennen und gerade vermutlich, wie viele Jungs in ihrem Alter, in ihrer Star Wars Phase stecken. Ganz andere Szenen, in denen meine Begleitung und ich auf dem Boden lagen vor lachen, quittierten die Jungs nicht mal mit einem kleinen Grinsen. Ich würde von mir selbst behaupten, dass ich einen recht einfach gestrickten Humor habe, und doch ist der Film nicht zu einfach gestrickt. Er macht einfach Spaß und ergibt zum Ende hin sogar verblüffend viel Sinn. Erwähnte ich bereits die Gesellschaftskritik? Nach den ersten zehn Minuten war ich zutiefst verwundert ob eben dieser. Viele Szenen sind für Kinder vermutlich nicht direkt nachvollziehbar. Wenn besagte Jungs in zwölf Jahren aus Nostalgie noch einmal den Lego Film angucken, werden sie sicher wahnsinnig verwundert sein über die vielen Seitenhiebe aufs erwachsen werden und die Uniformität in der Gesellschaft, die sie damals im Kino nicht verstanden haben und ihre Sitznachbarn in der Folge immer nur fragend ansahen, wenn die mal wieder laut auflachten.

Allem Konformismus zum Trotz möchten Legofiguren in ihrem kleinen Universum doch nur eines: Bausteine so zusammenstecken wie sie es möchten. Kreativität soll nicht unterbunden, sondern gefördert werden. Dafür lohnt es sich auch mal zu kämpfen.

Everything is awesome.

Mittwoch, Dezember 11, 2013

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| CD des Monats: Ok Kid - Ok Kid (2013) 

Anno 2006. Ort des Geschehens: Jokus in Gießen. Beteiligte: Freunde von früher, viel zu lange nicht mehr gesehen. Musikalische Abendgestaltung: Jona:s.
Sieben Jahre später. Besagte musikalische Abendgestaltung heißt mittlerweile Ok Kid und hat dieses Jahr ihr erstes Album raus gebracht. 

Das Ergebnis ist eine CD voller kleiner Highlights. Durch das gesamte Album zieht sich eine gewisse Melancholie und Schwermütigkeit, die sowohl musikalisch als auch textlich sichtbar wird.
So singt man in Kaffee warm beispielsweise über genau dieses Stadium einer Beziehung, das niemand erreichen möchte. Wissen, dass es besser wäre die Sache zu beenden und trotz allem weiter machen: Und ich Idiot // hol deine Tasse aus dem Schrank // Brüh alles noch mal auf und // halt den Kaffee für dich warm verdammt!
Den ein oder anderen Song kennt man u.U. noch aus Jona:s Zeiten, da gewisse Liedperlen in neuen Versionen aufgenommen wurden. Leider nicht immer zum Vorteil des Liedes. So überzeugt die schnellere und groovige Version von Mehr Mehr im Gegensatz zur langsamen Albumversion mehr.
Die einen nennen es Hipstermusik. Die anderen vergeben einfach keine Labels, sondern freuen sich über dieses schöne kleine Album. Neben hervorragender Musik gibt es außerdem ein schön gestaltetes Booklet. Sowas freut mich ja immer.

Da ist nicht viel was aus Gießen kommt und tatsächlich gut ist. Manch einer rühmt sich damit, dass Georg Büchner einst im Seltersweg weilte und dort die Ideen für den Hessischen Landboten sammelte. Oder damit, dass Juli damals 2004 die deutsche Musikwelt revolutionierte. Alles Käse. Das einzig wirklich gute, das Gießen jemals verlassen hat, sind die drei Jungs aus der grauen Stadt ohne Meer.



Freitag, Oktober 05, 2012

God Bless America

Frank: I didn't kill her because I couldn't have her. I killed her because she wasn't nice. 

© Magnolia Pictures 

| God Bless America von  Bobcat Goldthwait, 2011.
USA,  Darko Entertainment, 105 min.

Frank (Joel Murray) ist geschieden, hat seinen Job verloren und vor kurzem die Nachricht über einen Gehirntumor in seinem Kopf erhalten. Er weiß, dass er nichts mehr zu verlieren hat und möchte seinem Leben ein Ende setzen. Während der Lauf seiner Knarre bereits in seinem Mund steckt, läuft nebenbei eine Reality-Sendung in der sich ein verwöhntes, dummes Mädchen aufregt, weil es nicht das richtige Auto zum Geburtstag bekommen hat. Kurzerhand entschließt er sich, das Mädchen umzubringen. Beobachtet wird er bei seinem Mord von der 16-jährigen Roxy (Tara Lynne Barr). Diese ist begeistert und schließt sich Frank an. Gemeinsam starten sie einen Mordfeldzug an allen Menschen, die ihrer Meinung nach den Untergang der Vereinigten Staaten herauf beschworen haben.

Dieser Film ist mit Abstand das schwarzeste was ich je gesehen habe. Gnadenlos ziehen die Protagonisten in die Weiten der USA hinaus, um Menschen zu töten, die im Kino das Handy anlassen und Popcorn schmeißen oder mit Hass-Sprüchen auf Plakaten gegen Juden hetzen. Kurzerhand wird jeder ermodert der in Franks und Roxys Augen als unhöflich und nervig gilt.
In Diskussionen in Hotelzimmern wird dabei erörtert, auf wen diese Adjektive zutreffen und wer als nächstes unbedingt getötet werden muss. Die Kardashians oder doch lieber die Drehbuchautorin von Juno?
Natürlich bleiben die Mordserien von den Medien nicht unbemerkt. Selbstverständlich erkennen die Reporter die wahren Beweggründe der Mörder nicht. So wird die Bluttat im Kino kurzerhand mit dem dort gezeigten Film und dessen aggressiven Inhalt in Verbindung gebracht. Leider ein absoluter Spiegel der Realität, in der bei Massakern zunächst immer und grundsätzlich "Killerspiele" oder aggressive Musik und Filme als Erklärung herhalten müssen und nicht etwa die Tatsache angeprangert wird, dass es viel zu einfach ist, an Waffen ranzukommen.
Dass zwei Menschen losziehen, um Gott zu spielen und meinen, dabei über Leben und Tod entscheiden zu dürfen, ist ohne Frage eine merkwürdige und eher fragwürdige Art, mit nervigen Menschen umzugehen. 
Sieht man God Bless America allerdings als das was es ist - nämlich eine absolut überspitzte und schwarze Satire auf eine Gesellschaft, in der talentfreien Menschen eine Bühne (z.B. in Castingshows) geboten wird, damit das Publikum sich daran aufgeilen kann, dass ihr Leben doch nicht ganz so scheiße ist, dann kann der Film tatsächlich unglaublich viel Spaß machen.
Frank erklärt die Welt. Allein für seine Monologe lohnt es sich, diesem Film eine Chance zu geben.
Leider wird das Ende dem Film nicht gerecht. Wobei man sich tatsächlich fragen muss, WIE ein Film mit einem solchen Inhalt überhaupt enden soll.

Bleibt noch eine Frage. Wo bekomme ich jetzt so eine Strickjacke mit Pferdestickereien her?

Montag, September 17, 2012

Schnaps & Kekse

Foto: Chris "Xian" Lührmann

// Künstler des Monats: Monsters of Liedermaching

Es sind die Geschichten, die Bands erst zu Bands machen: 2003 eher als Zufallsprodukt auf einem Festival entstanden, bei dem die sechs Musiker Soloauftritte zu absolvieren hatten. Schließlich wurden Bierbänke auf die Bühne gestellt und beschlossen, gemeinsam aufzutreten. 
Seitdem touren die Herren als Monsters of Liedermaching durch die Republik und besingen und bespaßen das Publikum.

Gestern spielten die sechs in der Batschkapp in Frankfurt und es war ein Fest. Ich habe 15,40€ für drei Stunden pure Unterhaltung bezahlt. Also quasi gar nichts.
Gesungen wird über die Liebe zu Türen; den Wunsch, eine Superhelden-Kackwurst zu sein; den Hass auf Pärchen und den Tod in der Nordsee. 
Sitzpogo inbegriffen. Zu sehen, wie das ganze Publikum auf den Stühlen sitzend aneinander klatscht, ist ein wirklich großer Spaß. Muss man gesehen haben, um es nachvollziehen zu können.
Die Monsters leben den Beruf des Musikers genau so, wie es sein sollte. Ich weiß nicht, wann ich zuletzt auf einem Konzert war, bei dem die Musiker selbst SO einen Spaß hatten. Nicht selten müssen Lieder wegen etwaiger Lachattacken ob der albernen und bescheuerten Texte unterbrochen werden. Denn das sind sie tatsächlich - absolut bescheuert und dämlich. Und genau deswegen so unglaublich gut.
Außerdem beherrscht keiner das Xylophon so gut wie Totte.



Gelegenheit, die überragende Liveband zu sehen, gibt es Zuhauf: 
Fr 28.09.2012 - Meiningen 
Sa 29.09.2012 - Osnabrück 
So 30.09.2012 - Duisburg 
Fr  09.11.2012 - Berlin 
Sa 10.11.2012 - Dresden 
So 11.11.2012 - Nürnberg 
Fr  16.11.2012 - Bielefeld 
Sa 17.11.2012 - München 
So 18.11.2012 - Eschwege 
Fr  23.11.2012 - Hannover 
Sa 24.11.2012 - Hamburg 
So 25.11.2012 - Köln

Montag, September 03, 2012

Roche & Böhmermann

Talkshows finde ich meistens anstrengend. Besonders dann, wenn es sich um Moderatoren wie Beckmann, Kerner, Gottschalk oder Lanz handelt.
Nun wurde ich gestern durch einen Bericht des hervorragenden Quotenmeters auf eine, mir bis dato unbekannte, Talkshow aufmerksam gemacht: Roche & Böhmermann.
Moderiert wird hier von Charlotte Roche, die der aktuellen Generation vermutlich durch ihre Arbeit als Autorin schmuddeliger Sexbüchlein bekannt sein dürfte. Freunde des alten Musikfernsehens dürften sie hingegen noch durch ihre Moderation bei Fast Forward auf dem mittlerweile zu Grabe getragenen Sender Viva 2 kennen.
Der Herr an ihrer Seite ist Jan Böhmermann. Seines Zeichens Satiriker und mir vorallem durch seine Radiomoderation auf 1live bekannt.

Die Sendung gibt sich betont retro in einer spärlich beleuchteten Kulisse mit den unterschiedlichsten Gästen. Hier sitzen in einer Sendung auch mal Kim Gloss, Das Bo, Wilson Gonzalez und Jutta Sundermann (eine extrem anstrengende Frau!) zusammen.
Zu jedem der Gäste gibt es einen kleinen Einspieler, der dem Zuschauer den Gast näher bringen soll. Hierbei werden die Leute nicht selten durch den Kakao gezogen oder als C-Promi betitelt. 
Zudem darf geraucht und gesoffen werden - ein Umstand der Farin Urlaub dazu bewegte, in einer der Sendung doch nicht aufzutreten. So saßen Bela B. und Rod schließlich ohne ihren Bandkumpanen am Tisch.
In der Mitte des Tisches sitzt der "Zensurknopf". Drückt man diesen, wird das Gesagte für die Fernsehzuschauer zensiert und nur die Leute im Studio können hören, was gesagt wird. Durch dieses Stilmittel wird dem Gast entlockt, was er eigentlich nicht sagen möchte. - Außer man heißt Sido, durchschaut die ganze Szenerie, drückt aus Protest dauerhaft auf den Knopf und nennt Böhmermann in den letzten Minuten der Sendung "geisteskrank" und sagt, er habe "eine richtige Macke." Noch nie war mir Sido so sympathisch wie nach 56 Minuten bei Roche & Böhmermann.

Deswegen auch an dieser Stelle meine bisherige Lieblings- und gleichzeitig auch Pilotfolge.

 
Die letzte Nacht habe ich damit verbracht, sämtliche Folgen von Roche & Böhmermann in der Mediathek des ZDFs zusammen zu suchen und anzuschauen. Erfreulicherweise ist die Sommerpause der Beiden seit gestern vorbei und es gibt nun wieder wöchentlich neuen Stoff.

Jetzt heißt es also jeden Sonntag um 22 Uhr Zdf.Kultur anschalten und sich berieseln lassen. 
Oder alternativ: Die ZDFMediathek anschalten und sich berieseln lassen. 
Die Gäste der nächsten Sendungen verheißen dabei auch einiges: Micaela Schäfer, Olli Schulz, Markus Kavka, Max Herre, Jennifer Weist, Ferris MC, Peter Berling u.a.

Mittwoch, Juli 11, 2012

Coward

| Criminal: Coward von Ed Brubaker, Sean Phillips.
Icon (Marvel), 2007.

Leo Patterson plant Verbrechen seit er ein kleiner Junge war. Durch seine strikten Regeln schafft er es dabei grundsätzlich, dem langen Arm der Justiz zu entkommen. Ein Plan muss totsicher sein, bevor an eine Durchführung überhaupt erst gedacht werden kann.
Als ein alter Freund und ein korrupter Cop an ihn herantreten und ihn zu einem Job überreden wollen, hat Leo sofort ein schlechtes Gefühl. Doch aus Pflichtbewusstsein stimmt er schließlich zu. Die Probleme nehmen schon bald ihren Lauf..

Criminal besteht aus einer Reihe von bisher sechs Bänden. Jeder Band dreht sich um eine bestimmte Person und wird aus dessen Sicht erzählt. Da die Geschichten jedoch alle im selben Universum spielen, sind Aufeinandertreffen der Charaktere natürlich unvermeidlich - und auch erwünscht und schön. Das kennt man ja u.a. schon von Tarantino, in dessen Filmen immer wieder alte Bekannte, dessen Verwandte o.ä. auftauchen.
Ein Freundesfreund der um meine Comic- bzw. Superheldenvorliebe weiß, empfahl mir vor einiger Zeit eben diese Criminal-Reihe. Hier gibt es keinen Hokuspokus oder unnötige Superhelden, sondern vielmehr Antihelden, die trotz ihrer offensichtlich kriminellen Machenschaften riesengroße Sympathie und Empathie schaffen.
Am besten beschreiben lässt sich die Story um Leo wohl als Neo-Noir. Der Comic hat einen tollen Zeichenstil und eine ziemlich düstere Geschichte. Neben korrupten Cops gibt es Drogen, zwielichtige Gestalten und viel Blut und Tod. 
Extrem auffällig finde ich, dass die Zeichnungen teilweise wirklich an Storyboards während der Entstehung eines Films erinnern. Da wird plözlich stark an Dinge oder Gesichter "rangezoomt" und auch Parallelmontagen tauchen immer wieder auf. Tatsächlich erzählte mir mein Freundesfreund dann auch, dass eine Verfilmung des Stoffes tatsächlich in Planung sei. Na dann.

Montag, Juli 09, 2012

Crazy, Stupid, Love.

I'm wildly unhappy, and I'm trying to buy it, and it's not working. 

| Crazy, Stupid, Love.  von Glenn Ficarra, 2011.
USA, Carousel Productions, 118 min.

Als seine Frau Cal Weaver (Steve Carell) erklärt, sie wolle die Scheidung nach fast 25 Jahren Ehe, begibt er sich in eine Bar um seinen Kummer in Alkohol zu ertränken. Schon bald wird der junge Aufreißer Jacob (Ryan Gosling) auf Cal aufmerksam und möchte ihm helfen. Cal soll endlich lernen, sich gut zu kleiden und Frauen anzusprechen. Doch das neue Leben als Aufreißer macht Cal nicht glücklich und immer wieder muss er an seine eine Liebe, seine Frau Emily (Julianne Moore), denken.
Und er ist nicht der Einzige, der an den Folgen und Qualen der Liebe zu kauen hat. Da wären nämlich auch noch sein 13-jähriger Sohn, die Babysitterin und eine Jurastudentin (Emma Stone).

Neben dem "Hauptakt" - also dem verlassenen, einsamen Cal auf der Suche nach Liebe, gibt es noch viele kleine Nebenakte, die sich wunderbar in den Film eingliedern - absoluter Höhepunkt dabei natürlich der Auftritt von Emma Stone. Es tauchen zwar unheimlich viele Figuren auf, der Film wirkt aber dennoch zu keiner Zeit überladen. Ganz im Gegenteil freut man sich viel mehr, wenn wieder eine Verbindung geknüpft und aufgelöst wird. Wenn dann am Ende des Films alle Figuren aufeinander treffen, ist der Ärger natürlich vorprogrammiert.
Natürlich steht -wie so oft- die Frage im Raum, inwieweit die Wandlungen der Charaktere oder die Entwicklung der Handlung realistisch oder glaubwürdig ist. Klammert man diese Fragen jedoch aus, bekommt man 118 Minuten gute Unterhaltung und dazu noch einige treffende, witzige, zitierfähige Weisheiten.
Irgendjemand schrieb mal, es gäbe Filme für Männer und Filme für Frauen. Und dann gäbe es auch noch diesen. Einen Unisexfilm, der alle Geschlechter gleichermaßen erfreuen könne. Dem kann ich mich absolut anschließen. 
Und: Ryan Gosling.

Samstag, Juni 02, 2012

Midnight In Paris

Gil: You can fool me, but you cannot fool Ernest Hemingway! 



| Midnight In Paris von Woody Allen, 2011.
Gravier Productions, USA, 94 min.

Der erfolgreiche Drehbuch Autor Gil Pender (Owen Wilson) begeistert sich sehr für die 20er Jahre. Er ist gemeinsam mit seiner Verlobten Inez (Rachel McAdams) und deren Eltern in Paris. Gil arbeitet währenddessen an seinem ersten Roman, um zu zeigen dass er auch hochwertige Literatur verfassen kann. Eines Tages trifft das Paar auf ehemalige Freunde von Inez. Gil ist von dem besserwisserischem Paul nicht sonderlich angetan. Eines Nachts entschließt sich Gil deswegen, einen anderen Weg zum Hotel einzuschlagen als der Rest der Gruppe. So spaziert er durch Paris und verirrt sich schließlich. Als er sich um Mitternacht auf einer Treppe niederlässt, taucht alsbald ein altmodisches Auto auf. Ein Mensch steigt aus und ruft Gil zu sich. Er steigt schließlich ins Auto und wird daraufhin zurück in die 1920er Jahre versetzt.

Irgendjemand schrieb mal, Woody Allen hätte sich in den letzten Jahren zu einem perfekten Europa-Reisebericht-Tourismus-Regisseur entwickelt. Tatsächlich beginnt der Film bereits mit einer langen Aneinanderreihung von wunderschönen Aufnahmen der Stadt Paris. Gemischt mit der typischen Musik, entwickelt vermutlich jeder das Bedürfnis, sofort diese Stadt besuchen zu müssen.
Wer sich einigermaßen in der Autoren- bzw. Künstlerszene der "Lost Generation" der 20er Jahre auskennt, wird seine helle Freude an dem Film haben. Scott und Zelda Fitzgerald, Hemingway, Getrude Stein und Picasso sind dabei nur einige Namen, die Gil während seiner Reise zurück in der Zeit trifft. Es macht Spaß, zuzusehen, wie einzelne Werke der Autoren in die Handlung eingebaut werden.
Besonders überraschend war auch, dass Owen Wilson tatsächlich in der Lage ist, "ernste" Rollen wirklich gut zu spielen. Wenn ich an Wilson denke, fallen mir vorallem Filme wie Die Hochzeits-Crasher oder die Fockers-Reihe ein.
So. Und ich möchte jetzt bitte sofort nach Paris. Und sollte ich es eines Tages schaffen, werde ich auf jeden Fall um Mitternacht auf der Steintreppe sitzen. Wehe, da kommt kein Hemingway und holt mich ab ;)

Montag, April 16, 2012

Vor dem Fenster meiner Wohnung steht ein alter Mann und lacht

CD des Monats: SOS Save Olli Schulz (2012)

Soloalbum Nummero 2 vom allseits beliebten Hamburger Liedermacher Olli Schulz. 
Ich bin an dieses Album mit der geringstmöglichen Erwartung getreten. Kurz zuvor brachte Kettcar Mitte Februar ihr aktuelles Album raus, auf das ich mich mit Pauken und Raketen freute. Nach dem ersten Anhören war ich allerdings so enttäuscht, dass ich mir vornahm, nicht zu viel von SOS zu erwarten - auch weil ich, bis auf drei Ausnahmen, vom vorherigen Soloalbum Es brennt so schön nicht sooo begeistert war. So startete ich das Album also auf Simfy und lies es laufen, während ich dem Abwasch nachging. Was soll ich sagen? Ich hatte SPASS beim Abwaschen.
SOS startet mit dem Kracherlied Wenn es gut ist (Bist du bereit? - Alter. Yo!), bei dem man einfach mitdäncen muss. Zweiter großer Höhepunkt das Lied Ich kenn' da Ein, das von einem Menschen erzählt, der scheinbar JEDEN anderen Menschen dieses Planetens kennt (Kennen die dich auch.. oder kennst nur du die?). Das absolutes Lieblingslied der Platte folgt schon bald darauf mit Old Dirty Man. Eine melancholische Fortführung von Jetzt gerade bist du gut aus und der Hund Marie - Zeiten.
Natürlich dürfen die obligatorischen ein paar Sekunden langen Tracks nicht fehlen, auf denen Olli irgendeinen Quatsch erzählt (Anspieltipp: Lied 13 - Briefmarke). Da möchte man nicht wissen, auf was für Drogen er da wieder war. Aber alles in allem gehört das einfach zu Olli und es ist schön, dass sich endlich mal jemand bei den Buchstaben bedankt (Danke an alle). Zu lange wurden sie schon für die Musik benutzt, ohne dass es jemand zu schätzen wusste. Live kommt das bestimmt großartig. So wie einfach alles live verdammt gut bei Herrn Schulz kommt. Wer bisher noch nicht die Gelegenheit hatte, sich bei einem Konzert live und in Farbe von ihm und seinen Anekdötchen berieseln zu lassen, sollte das schnell nachholen. Geil, gerade zufällig gesehen, dass in vier Tagen eine Livedvd von ihm rauskommt. SOWAS von vorbestellt.
Und dafür, dass er endlich Der kleine Bär auf CD gebannt hat, verehre ich ihn sowieso.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Album eigentlich ein einziger Klimax ist.
Ja, auch genau einen Monat nach Erscheinen des Albums bin ich noch immer total euphorisch und fröhlich ob der guten Platte. Und wer sie scheiße findet, dem sei gesagt: HDFKK.

Man achte auf den schönen Gisbert im Hintergrund auf der Bühne! Mit seiner Hilfe kann eine CD ja nur gut werden..

Mittwoch, Dezember 07, 2011

Denn auch ich geh über Leichen aus und ein

Nach so viel Discofox und Enttäuschung muss ich nun endlich kundgeben, was ich vor knapp zwei Wochen entdeckt habe. 
Es handelt es sich um einen Hamburger (was auch sonst..) Musiker, der textschwanger und mit Gitarre die Musikwelt unsicher macht. Kurz nachdem ich den Herren über Amazon (!) entdeckt hatte, habe ich die Tage (und Nächte) darauf quasi nichts anderes mehr gehört als 
Hannes Wittmer aka. Spaceman Spiff.
Allein der Name ist großes Kino.
Und als wäre das alles nicht genug, kann man sich das komplette Album so oft man möchte auf seiner Homepage anhören. Große Liebe schon jetzt.
Und um das ganze noch zu toppen: Spiff ist auch noch unglaublich nett. Da schreibt man ihm bei Facebook auf die Pinnwand, er möge doch bitte sofort nach Hessen kommen, antwortet er einem ein paar Tage später, er käme im Februar. Und dann zufälligerweise auch noch direkt in meine Stadt. Ich bin hocherfreut. Kommt alle mit.

Sonntag, Oktober 30, 2011

And I Try My Best To Embrace The Darkness In Which I Swim.

Lieblingslied des Monats:
Ben Howard - Keep Your Head Up


Mit diesem Lied fällt es einfach leicht, alles auf sich zukomen zu lassen.
Ben Howard hat die schönsten Musikvideos. Es ist eine Schande, dass sie nicht auf den hiesigen "Musiksendern" gespielt werden.

Keep your head up, keep your heart strong.
No, no, no, no, keep your mind set, keep your hair long.
Oh my, my darlin', keep your head up, keep your heart strong.
Na, oh, no, no, keep your mind set in your ways.
Keep your heart strong.

Now I saw a friend of mine, the other day,
And he told me that my eyes were gleamin'.
Oh I said I'd been away, and he knew...
Oh he knew the depths I was meanin'.
And it felt so good to see his face,
All the comfort invested in my soul,
Oh to feel the warmth, of his smile,
When he said, 'I'm happy to have you home.'

Sonntag, September 25, 2011

But Couldn't Good Be Good Enough?

Vor einigen Tagen habe ich hier den wohl besten und großartigsten Youtube Kanal gefunden, den es überhaupt gibt. Bei Watch Listen Tell findet man Videos mit (oft) britischen Künstlern, die in den Straßen, Wäldern oder Parks Großbritanniens Lieder akustisch zum Besten geben. 
Ich habe dank diesem Channel soso viele tolle neue Bands kennen gelernt (u.a. Ben Howard), es ist nicht zu fassen.
Und da ich nun wirklich den ganzen Tag gewatcht und vorallem gelistened habe, ist es nun an der Zeit, es der Welt weiter zu tellen. Ich will ein ganzes Album voll mit wlt-Versionen. Bittedanke. Teilweise kommt es mir auch so vor, als seien diese Versionen viel besser als die Originalversionen, die ich mir anschließend oft angehört habe. Was lernen wir daraus? Nichts geht über Akustikversionen.

Meine persönlichen Highlights sind übrigens folgende:

Stornoway - I Saw You Blink

Alex Winston - Choice Notes (toll, wie sich 90% der Kommentare auf den Mann mit dem Ei beziehen :D)

OK GO - White Knuckles

Life In Film - Carla (erinnern mich auf eine angenehme Weise irgendwie an Franz Ferdinand)

Donnerstag, September 01, 2011

Doch harte Zeiten werden kommen & harte Zeiten werden gehen.

CD des Monats: Thees Uhlmann - dto. (2011)

Tomte-Sänger Thees Uhlmann wandelt zum ersten Mal auf Solopfaden. Vermutlich stand ich nicht alleine mit dem fassungslosen und entsetztem 'Wieso zum Henker tut er das?' - Gesichtsausdruck in einer Reihe voller Tomtehörer. Ehrlich gesagt verstehe ich den Sinn der Soloplatte noch immer nicht, besonders weil er unter dem Namen Thees Uhlmann & Band auf Tour geht. Und mal ganz ehrlich. Ob jetzt irgendeine Band oder eben der Rest der Tomte-Jungs ist doch Topfen (österr. für Quark). Aber genug der fragenden Worte, denn kurz und knapp: Die Pladde ist einfach großartig. 
Lieder über das Leben ("Meine Wahrheit in 17 Worten: Ich hab ein Kind zu erzieh'n, dir einen Brief zu schreiben und ein Fußballteam zu supporten"), vom Suchen und Finden eines Zuhauses (Zum Laichen und sterben ziehn die Lachse den Fluß hinauf), eine Liebeserklärung an Paris, Tote auf den Rücksitzen der Autos dieser Welt und einen amerikanischen Rapper (& Jay-Z singt uns ein Lied). Selbst eine Busfahrt mit dem Mädchen von Kasse 2 ist ein Lied wert. Je öfter ich all die Lieder höre, desto weniger kann ich mich entscheiden, welches das Beste ist. Und eigentlich will ich mich auch überhaupt nicht entscheiden. Ich sitze einfach da, höre die Lieder ein tausendstes Mal und erfreue mich daran.

Bring mir die Söhne von allen Huren und Nutten.
Bring mir die Fiebrigen und die Kaputten. 
Gib mir Funken und Flammen, um zu brennen.
Gib meinen Lungen Luft, um zu rennen.
Es sind harte Zeiten, um alleine zu stehen,
doch harte Zeiten werden kommen & harte Zeiten werden gehen.

 
Einfach, weil er es kann. Weil ich mich jetzt schon auf das nächste Solo- oder Tomtealbum freue. 
Und das war meine Wahrheit in 17 Worten. Nicht zu fassen :D


Thees Uhlmann - 17 Worte

Samstag, August 27, 2011

Lars and the Real Girl

See they're even fake so they'll never die. 

| Lars und die Frauen von Craig Gillespie, 2007
USA, MGM, 106 min.

Lars (Ryan Gosling) ist ein schüchterner und introvertierter junger Mann. Seine einzigen Bezugspersonen sind sein Bruder Gus (Paul Schneider) und dessen Frau Karin (Emily Mortimer). Beide fürchten, dass Lars vereinsamen könnte. Als er jedoch eines Abends unverhofft vor ihrer Tür steht und ihnen von seiner neuen Internetbekanntschaft Bianca erzählt, fassen Gus und Karin wieder Hoffnung. Diese zerschlägt sich jedoch sofort wieder, als sie erkennen, dass Bianca eine lebensechte Puppe ist.

Der einzig gute Einfall meines ehemaligen Deutsch-LK Lehrers war der, uns damals im Rahmen der E.T.A. Hoffmannschen Sandmann Einheit (wegen Olympia, Wahrnehmung, Puppen und so) eben diesen Film zu zeigen. 
Lars ist ein Mensch mit einer ausgeprägten Furcht vor sozialen Kontakten. Als er schließlich eine lebensgroße Sexpuppe "kennenlernt", befürchtet sein Bruder das Schlimmste und möchte ihn am liebsten direkt in eine Psychiatrische Einrichtung einweisen lassen. Die Hausärztin der Brüder erklärt Gus schließlich, dass Lars Wahrnehmung anders ist und fordert ihn auf das Spiel mitzuspielen und Lars Zeit zu geben. Tatsächlich wird Bianca von Lars niemals als Sexpuppe wahrgenommen. Ihr eigentlicher Sinn erschließt sich ihm vermutlich nicht einmal. Er schiebt sie in einem Rollstuhl durch die Gegend und erzählt ihr von seiner Kindheit. Durch sie fängt er langsam an aufzublühen.
Das wirklich Schönste an dem Film ist, dass nach einiger Zeit jeder Bewohner der Kleinstadt Bianca aktzeptiert und sie tatsächlich eingebunden wird. Wie eine der Bewohnerinnen anmerkt, hat jeder Einzelne irgendeinen Knacks und so sollte man auch mit den Knacksen (Knäcksen? :D) anderer Menschen klar kommen.
Der Film macht es sich hier und da vielleicht etwas leicht, aber das ändert nichts daran, dass er ein sehr gutes Gefühl hinterlässt. Und was gibt es an einem tristen Abend besseres? Außerdem ist der Soundtrack klasse. Die Menümusik läuft nun schon eine ganze Weile ohne dass sie nervt, haha.

Die DVD habe ich übrigens für einem 10€ Gutschein vom ofdb-Shop bekommen. Gewonnen durch die großartige dös-Aktion. Und wenn ihr alle mitmacht, gewinnt ihr vielleicht auch was :D Juhu!

Sonntag, Juli 31, 2011

Spurlos in deinem Revier

Cd des Monats: Fertig, Los! - Pläne für die Zukunft (2010)

Seit 2006 sind die Münchener als Fertig, Los! unterwegs. 
Ich habe die Band schon das ein oder andere Mal als Vorband auf diversen Konzerten (Klee!) gesehen. Zu dem Zeitpunkt waren sie noch mit ihrem ersten Album unterwegs, das zwar nett anzuhören, aber an sich nichts besonderes war. 
Als ich vor kurzem, gelangweilt von meiner Musik, vor dem wirklich großem CD-Regal der örtlichen Stadtbücherei stand, lachte mich das neue Album irgendwie an. Alla hopp – man kanns ja mal anhören. Gedacht, mitgenommen, angehört und – überraschenderweise – für wirklich gut befunden. Seitdem habe ich die Platte extrem oft gehört und immer wenn im Shuffle-Modus auf meinem MP3 Player plötzlich ein Lied der CD läuft, freue ich mich wirklich. Ich kann nicht mal sagen, woran das liegt. Die Band selbst ist vom Aussehen her viel durchgestylter als noch vor einigen Jahren -das erkennt man vor allem an der Frisur der Bassistin :D Aber musikalisch kann ich eigentlich nicht so eine große Veränderung feststellen. Vielleicht liegt es auch einfach an den Texten. Irgendwie hat die CD was und ich freue mich, dass ich sie mitgenommen und angehört habe. Wer auf deutschen Kram steht, könnte auch hiermit sicher etwas anfangen. Ich finde die Gruppe würde auch gut ins GhvC (aka. se best läbel in se wörld) passen.
Auch schön, da akkustisch, aber in schlechter Qualität, da Livemitschnitt: hier.

In unten stehendem Video sieht der Sänger schon irgendwie arg affig aus.. Und wieso gibts eigentlich keine gescheiten Videos von denen, ohne dass ständig jemand reinquatscht? Da geht noch was, liebe Leute!
Bildquelle


Fertig, Los! - Wenn du mich brauchst

Donnerstag, März 17, 2011

True Grit

That didn't pan out. 



















|True Grit von Ethan und Joel Coen, 
2010 USA, Paramount Pictures, 110 min.

Die 14-jährige Mattie Ross (Hailee Steinfeld) möchte den Mord an ihrem Vaters rächen. Dieser wurde von Tom Chaney erschossen, obwohl Matties Vater ihm helfen wollte. Im Stich gelassen von den Richtern und Sheriffs, beschließt Mattie, einen eigenen Rachefeldzug zu starten. Dabei trifft sie auf der Suche nach einem Marshall auf den stets an der Whiskeyflasche hängenden Rooster Cogburn (Jeff Bridges), der bei der Suche nach Verbrechern seine eigenen Regeln und Gesetze aufstellt. Der Texas Ranger LaBoeuf (Matt Damon) gesellt sich zu der Truppe, um das Kopfgeld von Tom Chaney zu kassieren. Durch eine Finte soll Mattie zurückgelassen werden, um sie nicht unnötigen Gefahren auszusetzen. Doch schon bald werden die beiden Männer von dem jungen Mädchen eingeholt.

John Wayne war groß. Neben Terence Hill bestimmt der beste Cowboy überhaupt. Er lieferte mit dem Film "Der Marschall" die Vorlage für True Grit. Niemand anderer als Jeff Bridges hätte hier den Marshall spielen können. Selbst in einem Western ist er noch der Dude. Während Mattie auf einen Baum klettern muss, erzählt Cogburn ihr vom Boden aus von seinen früheren Eskapaden mit Frauen, Alkohol und Schießereien. Er bekriegt sich verbal mit dem Texas Ranger LaBoeuf und wandelt sich vom grantigen Typen zum gesprächigen, "netten" Säufer.
Teilweise saß ich im Kino und habe mich, trotz der teilweise "dramatischen" Geschichte, wirklich beömmelt. Hailee Steinfeld spielt großartig und ich bin mir sicher, dass sie eines Tages zu den ganz Großen gehören wird! Etwas anderes wäre vollkommen unverständlich.
Wer die Gelegenheit hat, sich diesen Film anzuschauen, sollte sie wahrnehmen. Selbst ein Matt Damon weiß zu überzeugen und sogar zu begeistern. Als Texas Ranger hat man nun einmal keinen guten Stand. Und dennoch ist man am Schluss des Films sicher: Unterschätze nie einen Texas Ranger!

Rooster Cogburn: [schaut hoch zur am Ast hängenden Leiche] "Ist das Chaney?"
Mattie Ross: "Ich erkenne ihn nicht an der Sohle seiner Füße."
Rooster Cogburn: "Du wirst raufklettern und nachsehen müssen. Ich bin zu alt und zu fett.
"

Montag, März 07, 2011

Hingehört, hingehört

Im Zug sitzen. Augen zu. Sonne im Gesicht. Musik, die Frühling bedeutet im Ohr. Später am Bahnsteig. Sich nicht darüber aufregen, dass Züge zu spät kommen oder ausfallen. Sich nur fragen, wie ein Mensch eine so schöne Stimme haben kann.

|Noah and the Whale.
Oft wird die Band als betont melodramatisch mit Hang zu Klischees verschrien. Das ändert allerdings nichts an der Tatsache, dass die Musik einfach nur wunderschön ist.
Gegründet 2006 in London. Zwei Alben bisher und gerade habe ich gelesen, dass nächste Woche das neue Album Last Night On Earth rauskommt. Ich habe noch nie eine CD vorbestellt. Aber hier wage ich es. Dann gibts eine Woche eben nur Nudeln und Tomatensauce - nein, halt.. Das gibt es ja sowieso :D
Jeglicher Anspruch an Objektivität geht mir bei dieser Band absolut verloren. Anhören oder es sein lassen und sich dann bewusst machen, dass das Leben sehr traurig ist ;)
Bildquelle

This is a song for anyone with a broken heart
This is a song for anyone who can't get out of bed
I'll do anything to be happy
Oh, 'cos blue skies are coming
But I know that it's hard



Noah & the Whale - Blue Skies


Hingehört, Teil 2. Freunde von Hörspielen aufgepasst:

|Dorian Hunter - DämonenkillerSkript & Regie: Marco Göllner; Sprecher: Thomas Schmuckert, Martin Semmelrogge, K.Dieter Klebsch u.a.; Verlag: folgenreich

Der Reporter Dorian Hunter verirrt sich des Nachts mit seiner Frau auf ein düsteres Schloss. Mit ihnen befinden sich dort acht weitere Männer, die alle am gleichen Tag Geburtstag haben. Die Männer sind anders, schaurig und irgendwie bösartig. Die Schlossherrin verkündet den Anwesenden bald, dass alle schon seit Jahren erwartet werden..
Ich glaube, ich habe in meinem Leben noch nie so etwas unheimliches gehört. Ich gebe zu, ich grusel mich ab und zu auch bei den drei Fragezeichen - jedoch möchte ich den Menschen sehen, der bei
Bastian Pastewka als krächzende Hexe keine Gänsehaut bekommt! Aber bei dieser Reihe stimmt einfach alles: die Atmosphäre, die Stimmen und vorallem die Musik. Kaum passiert etwas verheerendes, wird sogleich ein Gewitter aus lauten DonnerweißderKuckkuck-Geräuschen eingeläutet. Als Einschlafhilfe vielleicht nicht ganz so gut geeignet; für langweilige Stunden jedoch genau richtig. Wenn ein Hörspiel es schafft, eine dermaßen große Spannung aufzubauen und ein regelrechtes Kopfkino zu schaffen, dann ist es ein gutes Hörspiel.Was mich momentan noch stört ist, dass am Ende der Folgen relativ viel offen bleibt. Aber ich gehe davon aus, dass die Folgen sehr aufeinander aufbauen, deswegen will ich das nicht zu sehr ankreiden.Wer übrigens meint, die Stimme von Spongebob Schwammkopf könne sich nicht bedrohlich anhören, der irrt!

Hier gibts eine Hörprobe und die Cds dann direkt zum Kaufen ;)

Dienstag, Februar 08, 2011

Friendship!

We are free communists. Free. Frei. Friendship. 
| Friendship! von Markus Goller, 2010
Deutschland / USA, Deutsche Columbia Pictures Filmproduktion, 110 min.



Nach dem Mauerfall 1989 beschließen die beiden Freunde Tom (Matthias Schweighöfer) und Veit (Friedrich Mücke), den westlichsten Punkt der Erde zu besuchen: die Golden Gate Bridge in San Francisco. Das Geld reicht jedoch nur für einen Flug bis nach New York. Ab dort müssen sich die beiden mit Polizisten, bärtigen Bikern und einem schrulligen Comic-Zeichner rumschlagen und stehen vor der Frage, ob sie San Francisco jemals erreichen werden.Deutsche Filme finde ich oft furchtbar grausam. Man denke hier nur an Herrn Schweiger, der es schafft in jedem seiner Filme die gleiche Rolle zu spielen. Nachdem ich Friendship! geguckt habe, war ich wirklich positiv überrascht. Gut, ich mag Matthias Schweighöfer ohnehin ganz gerne. Aber hier spielt auch sein Companion Friedrich Mücke, den ich bis dato gar nicht kannte, eine große Rolle.
Teilweise ist der Film wirklich witzig und Roadmovies finde ich gut. Das Einzige, was mich an diesem Film wirklich stört, ist die Nebenhandlung der "Dreieck-Liebesgeschichte" mit einer jungen Frau, die die beiden Jungs auf ihrer Reise kennenlernen. Der ganze Erzählstrang wirkt mehr gewollt als gekonnt. Ganz so, als habe man noch schnell eine Liebesbeziehung einbauen wollen, damit nicht nur eine reine Männerfreundschaft im Vordergrund steht.
Alles in allem: Nichts erwartet, aber viel bekommen. So mag ich das. Weil Freundschaft wichtig ist.



Dienstag, Februar 01, 2011

The Owls Are Not What They Seem.


| Twin Peaks von David Lynch, 1990 - 1991
USA, Paramount, 30 Folgen in zwei Staffeln.

Der junge Special Agent Dale Cooper (Kyle MacLachlan) wird in die idyllische Kleinstadt Twin Peaks gerufen, um den Mord an der beliebten Schülerin Laura Palmer aufzuklären. Unterstützt wird er dabei vom örtlichen Sheriff Harry Truman (Michael Ontkean). Während seiner Ermittlungen trifft Cooper auf allerlei skurille Bewohner und übernatürliche, surreale Gestalten. Mehr und mehr offenbaren sich die Abgründe des Städchens.

Twin Peaks gehört zu den besten Serien, die ich je gesehen habe. Das Intro zeigt Tannen, Wasserfälle, Vögel und ein Sägewerk. Man meint, man besucht ein kleines Städtchen, in dem das Leben friedlich und ruhig vor sich hin plätschert. Dies ändert sich schlagartig, als die Leiche einer jungen Frau, eingewickelt in Plastik, an Land gespült wird. Agent Cooper ist vom ersten Moment an beeindruckt von Twin Peaks. Er schwärmt vom Kaffee und Kirschkuchen im RR-Diner und erzählt seiner Sekretärin Diane (mit der er nur über sein Diktiergerät kommuniziert), dass er sich vorstellen könne, in dieser Kleinstadt alt zu werden. Cooper glaubt nicht nur an das war er sieht und so begegnet er im Laufe der Zeit einem Riesen und einem rückwärtssprechenden Zwerg, die versuchen, Cooper zu helfen den Mörder von Laura zu finden.
Die Musik tut ihr übriges, um die Wirkung der Serie zu verstärken. Es gab eine Zeit, in der ich den Soundtrack hoch und runter gehört habe. Herr Badalamenti, Sie sind ein Genie.

Als die Serie veröffentlicht wurde, war das Publikum noch nicht bereit für übernatürliches. ABC drängte Lynch einen Mörder vorzuweisen, um die Zuschauer zu beruhigen. In Deutschland erlaubte sich ein Konkurrenzsender den "Spaß", im Teletext den Mörder zu verraten. Die Quoten sanken weiter. Für mich unverständlich, da die Serie tatsächlich weniger darum geht, wer letztlich der Mörder war, sondern vielmehr die schrulligen Charaktere und deren Probleme und Geheimnisse im Vordergrund stehen. Es ist fast so, als habe jeder eine Leiche im Keller und durch das Erscheinen Coopers wird all das zu Tage getragen, was eigentlich im Dunkeln hätte bleiben sollen.
Ich wage zu behaupten, dass spätere Serien wie Akte X oder LOST niemals produziert worden wären, hätte Lynch nicht diese grandiosen Ideen gehabt. Bevor David Duchovny mithilfe der X-Akten seinen Durchbruch feierte, hatte er eine kleine Rolle bei Twin Peaks. Auch Anspielungen auf Szenen aus Twin Peaks finden sich zuhauf in der Popkultur. Selbst die Trickserie Darkwing Duck widmete eine ganze Folge der Serie.

David Lynch at his best. Hier werden Eulen angezweifelt, Ventilatoren in Nahaufnahme gezeigt, Außerirdische erwartet und eine unfassbare Spannung wird aufgebaut. Ich kann gar nicht so viel schreiben, wie ich gerne würde. Ich kann nur jedem raten, sich diese Sendung anzuschauen. Ich gebe zu, ich habe mich teilweise sogar echt gegruselt. Da kommt so ein "Geist" hinterm Sofa vor, klettert drüber und nähert sich geduckt und langsam mit grimmigen Blick einer am Boden sitzenden Person. Huu! Spooky.

Edit: Haha, was ich total vergessen habe zu erwähnen (nur deshalb hab ich überhaupt diesen Post geschrieben :D) ist, dass Twin Peaks ab dem 05.04. um 22:25 Uhr auf Arte kommt. Also gibt es auch keine Entschuldigung dafür, das nicht zu gucken.



Angelo Badalamenti - Twin Peaks Theme

Donnerstag, Januar 20, 2011

Wait Until Dark

I Cannot Negotiate In An Atmosphere Of Mistrust.
| Warte bis es dunkel ist von Terence Young, 1967
USA, Warner Bros. Pictures, 108 min.

Susy Hendrix (Audrey Hepburn) hat durch einen Autounfall ihr Augenlicht verloren. Seitdem versucht ihr Mann Sam (Efrem Zimbalist Jr.) ihr zu helfen, mit der Behinderung im Alltag umzugehen. Eines Tages bringt Sam von seinen Reisen eine Puppe mit, die schon bald die Aufmerksamkeit dreier Gauner auf sich lenkt. Diese locken Sam unter einem Vorwand aus dem Haus, um so an die Puppe zu kommen. Die Gauner denken, sie hätten mit Susy ein leichtes Spiel, da sie sich als blinde Frau nicht wehren kann. Dabei haben die drei Männer jedoch nicht mit Susys Intelligenz und ihrem Vorteil in absoluter Dunkelheit gerechnet.

Die Exposition zieht sich über gut 40 Minuten. Charaktere werden vorgestellt, die Gauner spinnen ihre Pläne und grinsen hämisch in die Kamera. Sobald der Zuschauer denkt, dass da nichts mehr kommen kann, bricht es über dem Zuschauer zusammen: Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt einen so spannenden Film gesehen habe. Ich fand Audrey Hepburn immer gut und wußte, dass sie mehr ist als eine Holly Golightly. Aber dass sie tatsächlich so überzeugend eine blinde Frau spielen kann, die sich gegen drei Gauner zur Wehr setzen muss, hat mich beeindruckt. Man meint, sie schaue tatsächlich durch die Männer durch und sehe sie nicht. Am liebsten möchte man ihr zubrüllen, dass sie mit ihrem Blindenstock mal ordentlich ausholen soll. Das Finale zehrt an den Nerven und ich stand kurz vor meinem ersten Herzinfarkt. In Zeiten von jeblutigerdestobesser könnte sich so manch ein Filmemacher etwas bei den alten Zeiten abschneiden. Ich bin eigentlich kein Freund von blöden Phrasen a la 'Früher war alles besser' (ach was rede ich.. natürlich bin ich das.), aber auf die Thriller trifft es teilweise einfach zu.
Außerdem bin ich ein großer Freund von Anekdötchen: Audrey Hepburn hat während des zweiten Weltkrieges in einem Lazarett Verletzte versorgt. Dort hat sie eben jenen Regisseur gepflegt, mit dem sie zwanzig Jahre später diesen Film drehen sollte. Verrückte kleine Welt.